128 Schau⸗Platz der Natur.
nicht zu erhalten weis. Die Wuͤrkungtzung der welche der erſte Strich mit dem BogenKuͤnſte. perurſachet, war niemahls von langer
Dauer.Wir wollen die wahre Urſache aus-
forſchen, warum viele Muſicl ſo ſehr ver-achtet ſind. Der Klang gehoͤret vor dasOhr, wie die Farde vor das Aug. Schoͤ-ne Klaͤnge ſind das Vergauͤgen des Oh-res) und ſchoͤne Farben ſind das Vergnuͤ-gen des Auges. Allein da die Farben nurdeswegen da ſind, damit man die Sachenvoneinander kennen moͤge, ſo beluſtigen ſienicht lange, wenn man ſie nicht an einerFigur antrifft, denn auſſerdeme ſind ſienicht am rechten Orte. Schoͤnes buntesPapier, und ſchoͤn gefaͤrbtes Band ſindangenehme Farben und weiter nichts.Der erſte Anblick faͤlet angenehm: Slegeben auch wohl mancherley nuͤtzlicheSchattirung, und Miſchung an die Hand.Allein woferne man ein ſolches todesSchauſpiel in die Laͤnge treiben, ja nur ei-
ne Viertelſtunde fortſetzen wolte, ſo wuͤr
de jedermann weglauffen, man moͤchte esabzuwechſeln ſuchen wie man wolte. DerVerſtand ſucht keine Farben, ſondern ge-färbte Sachen. Auf gleiche Weiſe ſindwir im Stande durch abgewechſelte Thoͤ-ne unzaͤhlig viele Sachen und Gedankenanzuzeigen. Laͤſſet man ſie aber aasee
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