128 Schau/ Platz der Natur. 5
Zweyte Die Mahlerey und Bildhauer⸗Kunſt. uͤbernahmen ſodann die Sorge, eine Rei-Vüͤnſte. he Sachen ohne Raͤthſel darzuſtellen, unddem Gemuͤthe eben das begreiflich zu ma-dild? chen, was dem Aug erſchiene. Dieſerifft. Weiſe zu unterrichten, war deſto belieb-ter, weil man ſie faſſen konnte, ohne denVerſtand anzuſtrengen, und ohne das Ge-
daͤchtniß zu beſchwehren.
Unterdeſſen war die Bedeutung die-ſer Zelchen al zuſehr eingeſchraͤncket, undman muſte gar offt gewaltige Koſtenund Muͤhe daran wenden, um etwasweniges auszudrucken. Doch dieſetBeſchwehrlichkeit halff die Erfindung ab,welche jedem deutlichen Laute der Spra-che eln beſonderes Zeichen beylegte. Dennwiewohl ſich die Menge dieſer Laute garnicht hoch erſtrecket, ſo ſind ſie doch hin-
Buch, laͤnglich alles auszudrucken: daher iſt es
staben. moͤglich, vermittelſt der wenigen Buch-ſtaben des Alphabekes, alle nur erſinnlicheWorte dem Gemuͤthe vorzuſtellen.
Dieſe Buchſtaben grube man inStein, in Metalle, man ſchnitte ſie inHoltz, man zeichnete ſie auf Tafeln mitWachſe uͤber zogen/ und man verfuͤhr indieſem Stuͤcke eben alſo mit ihnen als mitden Figuren, an derer Stelle ſie traten.
Hirauf bedienete man ſich, um beſ-ſerer Bequemlichkeit willen, des Bacher