Zwoͤlffte Unterredung. For
heeget. Aber wo iſt das Verhaͤltniß zwi-ſchen einer ſolchen Belohnung und elner ſomuͤheſamen Arbeit? Solle man der Ob-rigkeit Gluͤck wuͤnſchen, daß ſie vor uns ar-beltet, oder ſollen wir uns gluͤcklich ſchaͤtzen,daß wir unermuͤdete Richter haben? Ichbeantworte dieſe Frage kecklich ganz an-ders als man gedenken ſollte. Der Vor-thell iſt in der That auf ihrer Seite. Sieopfern ihre eigene Ruhe der unſerigen auf:Ich geſtehe es. Allein ſie werden von ei-ner weit lebhafftigern Empfindung aufge-muntert als wir. Nur edele Herzen underhabene Gemuͤther wiſſen, wie unbe-ſchreiblich das Vergnuͤgen ſey, wenn mandie Ungerechtigkeit demuͤthiget, die Be-draͤngten von der Unterdruͤckung befreyet,und die algemeine Ruhe der Geſellſchaffthandhabet. 7
Dieſes Vergnuͤgen, welches die Quel-le der wahren Ehre, und der Bewegungs-Trieb des Adels iſt, erſchelnet noch lebhaff-tiger an denen, welche die Sicherheit des
DieStaats-
Wiſſen-
Kriegesedie-nungen.
taates auswaͤrts beſorgen. Sie ha-
ben kelne ſtarkere Leidenſchafft als dieſe:Vernichtet ſie gleich die übrigen nicht gaͤnz-lich, ſo behauptet ſie doch die Herrſchafftuͤber ſie. Ein Krieges mann verlaͤſſet dasiebſte was er in der Welt hat. Er ent-ſaget ſeiner Bequemlichkeit, ſeinem Ver-gnuͤgen, und ſeinem Vortheile, um der314 Ehre