544 Schau⸗Platz der Natur.
Die mit welcher Ehrerbietung und BegierdeSite hoͤret es nicht zu, wenn der Prediger ſeinencafe. Lehr Stuhl beſteiget, und erſtüch zelget/das Reich Chriſti ſey nicht von dieſer Weltund veraͤndere nicht das geringſte in derEinrichtung der Staaten; ſodann aberzum Beſchluſſe erklaͤret, was das heſſſe/gebet dem Kayſer was des Kayſers lſt. 6Ich verlange nicht zu unterſuchen/ odie Lehre des Evangelli ein gegruͤndeteRecht habe, von ihren Zuhoͤrern Gehor-ſam zu fordern. Es lehret aber doch diErfahrung, daß ſie durch den Weg deUberzeugung die Einwohner ganzer Relchein demſelbigen erhalte, und durch ihre jeder-mann begreiftiche Sätze, aller Untreue undAufruhr die Wurzel abſchnelde. So“dald ein Volk ſeinen Eigenduͤnkel folgetmachet es wenig Weſens mehr, weder bomEvangelio noch von ſeinem Landes⸗Hertn,Wenn ſich Biſchoͤffe gegen gekroͤneteHaͤupter auflehneten/ und die Einfalt desVolkes zu ihrem Vorthelle mißbrauchtemſo fanden ſie kein Recht dazu als in ihreſelbſt erdachten Saͤtzen: Das Evange-lium, das ſie predigten, wiederſprach ihnenoffenbar. Es will nicht, daß diefengenwelche zum Lehren beruffen ſind, auch herrſchen ſollen, ſondern es will, ſie ſollen diReglerung den Königen und Gewalligender Voͤlker uͤberlaſſen. Bib-