Band 
Achter Theil. Worinnen der Mensch in Gesellschaft mit Gott betrachtet wird.
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Achter Cheil. 65

che, nebſt allen damit verknuͤpften Lehren,mit einem Worte, alle Stuͤtzen der GOt-tesfurcht, waren nunmehro zu ſchwach.Der menſchliche Eigenduͤnkel zog alles vorſein Gericht; er unterſuchte die vorgeſchrie-bene Ordnungen, und glaubte: eine unddie andere koͤnnte man erheblicher Urſachewegen ganz wohl uͤbergehen, die uͤbrigenſeyen ohnehin von geringem Wehrte. Erwarf daher das Joch des Geſetzes und deraͤuſſerlichen Gebraͤuche von ſich. Allein,ſo bald jedweder die Geſetze nach eigenemWillkuͤhr auslegen will, ſo bald muͤſſenauch Trennungen, wunderliche Grillen,unverſoͤhnliche Feindſchafft, und die trau-rigſten Wuͤrkungen des Haſſes einreiſſen.Nichts war im Stande, die Bosheit dererſten Welt zu daͤmpfen, als die Suͤnd-fluth, welche der folgenden Welt eine lehr-reiche aber entſetzliche Erinnerung mittheil-te. Das heydniſche Alterthum hat dasAngedenken davon keinesweges vergeſſen.Sowohl die Poeten, als die Geſchicht-ſchreiber, aus mehr als einem Welttheile,reden davon: und dieſe Zeugniſſe ſtellen einweit deutlicheres Denkmahl der Suͤndfluthvor Augen, als etwa eine Pyramide, dieman an einem einigen Orte ſuchen muſte,und hernach doch nicht wuſte, zu welcherZeit ſie eigentlich aufgerichtet worden ſey.

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