248 Schau⸗Platz der Natur.
uͤber deſſelbigen zum Opfer. Jedermannopferte es ohne viele Weitlaͤuffkigkeit, undan ſtatt ſeine Freunde oder Anverwandtezu bitten, ſchickte man einen Theil vomBlute, Speck oder Fleiſch an diejenigen,welche des guten Werkes theilhafftig wer-den ſolten. Dieſes Austheilen vomSchweine das im Haus geſchlachtet wied,iſt noch heutiges Tages bey dem gemeinenVolke uͤblich, obgleich die ehemahls damitverknüpfte Abſicht wegfaͤllet.
Der Geitz trieb die Galilaͤer, daß ſiedem Geſetze Moſis zuwider, ganze HeerdenSchweine fuͤtterten/ die ſie den Heiden her-nach zum Opfer verkaufften. Aus dieſemUmſtande ſiehet man, warum JEſus denTeufeln erlaubte in die Schwelne zu fah-ren, die ſich hlerauf in den See Genezarethſtuͤrzten.
Indem nun der Gebrauch, Schweinezu opfern, und vermittelſt eines empfange-nen Stuck Fleiſches an dem Opfer Theil
zu nehmen, etwas ſo allgemeines und al-
taͤgliches war, ſo war es vot die Juden einkraͤfftiges Verwahrungs⸗Mittel gegen dieAdgoͤtterey, daß ihnen der Genuß dieſerThiere verbotten wurde. Indem ſie ſichwegerken davon zu eſſen, ſo wegerten ſie ſichauch an einem fremden GOttesdienſteTheil zu nehmen.