272 Schau⸗Platz der Natur.
niger nehmen alle Bewegungen des ganzenLelbes ihren Ueſprung daſelbſt, und wiewaͤre es moͤglich/ die Mittheilung dieſer Be-wegung einzuſehen, da man den Ueſprungderſelbigen nicht kennet? Unterdeſſen kander Menſch die Abwechslung von Tag undNacht ſich mehr oder weniger zu Nutze ma-chen, die aͤuſſerlichen Empfindungen vor-theilhafftig gebrauchen, oder ihre Unbe-quemlichkeit vermindern. Hierinn beſte-het der ganze Unterſcheid zwiſchen einem er-fahrnen und einem ungeſchickten, oder un-wiſſenden Manne. Allein die Sacheſelbſt gehet vor, ohne daß ihr Wille etwasdazu beytruͤge, ja gar oͤffters, wider den-ſelbigen. 5
Auf dieſe Weiſe erfaͤhret die Ver-nunfft durch Beyhuͤlfe der Sinnen alleswas vorgehet, wie etwa der Befehlsha-ber einer Veſtung, durch den Bericht derSchildwachen. Sie ziehet hernach ihreSchluͤſſe aus dieſem Berichte der Sinnen,ſo gut ſie kan: Nur das Weſen der Din-ge kan ſie auf dieſe Weiſe nicht erfahren.Sie iſt auch hlezu nicht berufen.
Eben alſo iſt es auch mit alle dem be-ſchaffen, was vor uns da war, und wasohne unſer Zuthun geſchiehet. Derglel-chen ſind die Geſetze, die Landes⸗Gewohn-heiten, die Begebenheiten die Meynungabweſender Perſonen, mit welchen wir 1
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