Achter Theil. 291
elnreiſſender Gleichguͤltigkeit gegen die Un-terweſſungen, zu einem Mitlel, den Men-ſchen fantaſtiſch, und zu allen Maͤhrgen undkindiſchem Geſchwaͤze geneigt zu machen.Die Menſchen wurden nicht alle zu-gleich mit Vor ſaze thoͤricht, noch verord-neten ſie gleich anfaͤnglich allerley abge-ſchmackte Feſte, bloß damit man einenSperber, eine Nachteule, einen Stern,den Mond, ein Kalb, einen Bock, ein Un-thler, das zum Theile einer Jungfer, zumTheile einen Loͤwen gliche, anbeten ſollte.Ohne Zweifel waren die Ceremonien an-faͤnglich mit Tugendlehren, vernuͤnftigenAnordnungen, und deutlichen Unterwei-ſungen begleitek. Hernach aber vergaßman dieſer Lehren, und machte allerley5 T 2 wun-
Gewaͤchſe bilde und herfuͤrbringe. Als mandieſe thoͤrichte Poſſen glaubte, ſage ich, wur-den auch die Sinnbilder erdacht, die allesdieſes vorſtelleten. Sie waren alſo nim-mermehr im eigentlichen Verſtande lehr-reich, noch wieſen ſie auf den Schoͤpfer Him-mels und der Erde. Und zu was war esnoͤthig, ſolche Lehrbilder aufzuſtellen! Sahedenn der Bauer nicht am Getrayde ſelbſt,wenn es reif war, muſte er dieſes zu wiſſen,erſt die Aehre in der Hand der himmliſchenJungfer betrachten! Oder muſte er ſich erſtnach einem Falken oder Geyer umſehen, da-mit er wiſſen koͤnnte, der Wind, ſo jezo blaſe,oder zu gewiſſer Zeit blaſen werde, ſey derNordwind? U