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Das II. Capitel.
ihre Sinne vergnügen konnte, zu verschaffen, so wareö doch, theils in Ansehung der innern Natur derDinge, theils in Ansehung seiner Absichten damit,nicht möglich, alle Schätze und Herrlichkeiten derWelt in ein jedwedes Land zusammen zu Haufen.Einmal war es nicht möglich in Ansehung der Na-tur der Dinge, deren Wachsthum auf dem Erdrei-che und Clima beruhet, welches"!» jedem Lande ab-geändert ist. Datteln und andere süße Früchte,welche so häufig in den morgenländischen Sandwü-sten wachsen, können nicht auf unsern lappländischenBergen gezogen werden, so wenig als unser Acker-bau auf jenen Stellen fortkommen würde.
§. 5.
Ferner konnte es nicht mit dem Endzwecke ver-schiedener Dinge bestehen, daß sie uns nämlich ver-gnügen sollten. Hätten wir alles, was unsern Ge-schmack zu kützeln dienlich ist, in Bereitschaft, undkönnten es täglich haben, so würden die Annehm-lichkeiten, welche wir bey ihrem Genusse empfinden,sich bald in Ekel und Ucberdruß verwandeln, oderzum wenigsten geschwächt werden. Da gegentheilsein sparsamer Genuß, und den man nicht ohneMühe erlangen kann, das Mittel ist, diesen An>nehmlichkeiten ihre Kraft zu erhalten. Hievon hatman einen deutlichen Beweis an unsern einheimi-schen Gewächsen. Durch den täglichen Genuß, derleicht zu erhalten ist, verlieren wir endlich allen Ge-schmack an denselben, obschon sie an sich selbst ebenso wohlschmeckend sind, als verschiedene ausländi-sche,