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August Ludwig Schlözers Versuch einer allgemeinen Geschichte der Handlung und Seefahrt in den ältesten Zeiten / August Ludwig Schlözer
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Das II. Capitel.

die Meere noch mit Eis bedecket, von dem man ei-nen Monat hernach keine Spur mehr finden würde.Man hat hier alsdenn eine große Hitze, und in die-ser Zeit, oder in derjenigen, welche auf der südlichenHalbkugel derselben correspondiret, muß man suchen,sich den um die Pole liegenden Landern zu nähern.Wenn das Eis in diesen Climaten einmal angefan-gen hat zu schmelzen, so ist das Meer in wenigenTagen ganz offen. Wenn also Herr Lozier, an-statt um die Sonnenwende in der Gegend, wo erseine Länder suchet?, anzulangen, daselbst einen Mo-nat später angekommen wäre, so glaube ich kaum,daß er etwas vom Eise würde angetroffen haben.

§. 26.

Ueberdem ist das Eis kein unüberwindliches Hin-derniß, ans Land zu steigen. Die Wallfischfänger,und alle, die nach Norden Hinaufschiffen, wissen, daßdas Eis, wenn es bereits treibend ist, die Schiff-fahrt nicht hindere, und so lange es an dem Landefest anhängt, wissen die'Bewohner der finnischenund bothnischen Ufer sich desselben vortrefflich zu be-dienen. Sie haben den ganzen Winter ihre Wegeauf diesem Eise, und diese haben oft viele Vorzügevor den Landwegen. Die nordischen Völker habennoch ein sehr einfaches aber ziemlich sicheres Mittel,wovon sie Gebrauch machen, wenn sie genöthigetsind, um die Zeit auf dem Eise zu seyn, wenn es an-fängt sich zu trennen. Sie führen eine Art leichterKähne allenthalben mit sich, in welchen sie sich voneiner Eisscholle zur andern übersetzen.

K. -7.