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August Ludwig Schlözers Versuch einer allgemeinen Geschichte der Handlung und Seefahrt in den ältesten Zeiten / August Ludwig Schlözer
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36
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z6 Das H. Capitel. '

nicht so fruchtlos für die, welche künftig diese Unter-suchung machen wollen, als für die, welche sie wirk-lich gemachet haben. Man hat dadurch erfahren,daß, wenn gleich in einer von diesen Gegenden eineDurchfahrt möglich, sie doch ungemein schwer sey,denn man muß durch Meerengen schiffen, die indiesen nördlichen Meeren fast allemal mit Eis an-gefüllet sind.

§.29.

Die, welche diese Fahrt gesuchet haben, sind aufdie Gedanken gerathen, daß man sie durch Nordenselbst suchen müsse. Aus Furcht für einer gar zugroßen Kälte, wenn man sich zu nahe an! den Polwagte, hat man sich nicht genugsam von dem Landeentfernet, und man hat die Meere mit Eis ange-füllet gefunden, die Gegenden, wo man durchführenwollen, mögen nun wirkliche Meerengen oder bloßeMeerbusen gewesen seyn. Es scheint ungereimt,zu sagen, daß man näher an den Pol weniger Eisund ein gelinderes Clima würde angetroffen haben.Allein, hätten wir auch nicht einige Nachrichten,welche uns versichern, daß die Holländer, da sie demPole sehr nahe gekommen, ein offenes und geruhi-ges Meer, und eine gemäßigte Lust angetroffen hät-ten : so könnte uns die Naturlehre und Astronomiedavon überführen. Sind es weite Meere, welchedie Polgegend umgränzen, so wird man da wenigerEis finden, als in den Gegenden, die sich nicht sohoch gegen Norden erstrecken, wo die Meere vonLändern eingeschlossen werden. Die beständige Ge-genwart der Sonne während sechs Monaten, kann

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