Buch 
Das alte Zürich historisch-topographisch dargestellt, oder eine Wanderung durch dasselbe im Jahr 1504 : mit Erläuterungen und Nachträgen bis auf die neueste Zeit / herausgegeben von Salomon Vögelin
Entstehung
Seite
8
JPEG-Download
 

8

manns Stiefsohn, und Andere, eine Gesellschaft er-richtet, die alle Tage ohne am Samstag da zusam-men kam; und war die Uerte jedesmal i8 Haller;doch schössen sie, ein jeder von ihnen, zwey Guldenzusammen, daß sie eigenen Wein hätten. Wer aus-blieb, wurde um einen Kreuzer gebüßt.

Auf dem Fl'schmarkt vor dem Rathhaus sind vielstattliche Gebäue, worunter mehrere Aunftstuben. Ge-rade dem Schneggen vorüber ist der Weinleuten Zunft-haus, zur Meisen genannt, eigentlich »zu der Mei-sen Haus", weil dasselbe vormals dem Geschlecht derMeisen, einem der ältesten und angesehensten Geschlech-ter, zugehörte, welche es hernach bemeldten Zünslernmögen verkauft haben (12). Weiter aufwärts steht derKrämer Junfthaus, vormals »zum Schiff" nunmehrzum Saffran genannt (1Z), und neben ihm dasHaus zur Hauen oder Salzhauen, gläublich darumalso genannt, sagte Röust, weil es vormals der Salz-leuten Haus war; auch hatte hernach die Zunft derZieger- und Grempecschaft ihre Stube daselbst (14).Unter diesen und den folgenden fünf Häusern wandeltman als unter bedeckten Bogen, oder, wie sie esheißen, »unter den Tillenen", allwo auch Gädmensind; und sey hier vor Alters der Obst-, Kraut-, Käs-und Hühnermarkt gewesen, bevor solcher zum größern 'Theile auf die niedere Brugg versetzt worden (42).Von da kamen wir auf einen geviertcn Platz, derRüdenplatz genannt, weil er auf der Seite gegendem Wasser von der Constafler (16) Zunfthaus cinge-D-rRüden. schlössen ist, welches der Rüden heißt, und ein altGebäu ist mit gewaltigen Steinen vvm Wasser her-ausgeführt bis zum ersten Stock, und hat oben einen