52 Erste Abtheilung, dritter Abschnitt.
Hitze in Chaldäa ward durch das Bild eines grimmigen undhitzigen Löwen vorgestellt. Eine Iunstfr au, als eine Schnit-terin mit einem Büschel Kornähren in der Hand, bezeichneteihnen, wenn die Sonne dieses Sternbild durchlief, die Zeitder Erndte aussen Sincarischcn Feldern *. Die nunmehrerfolgende Gleichheit der Tage und Nächte beym Anfang desHerbstes wurde sehr geschickt durch das Bild einer Waagevorgestellt. Die Krankheiten, welche sich im späten Nachfahrgewöhnlich einstellen, mußte ein giftiger Scor pion andeuten.Die alsdenn gngehende Jagd hatte den Schützen zum Vor-bilde. Nun war die Sonne beym Anfang des Winters amweitsten von ihrem Scheitelpunet gegen Süden hinunter ge-kommen , und da sie nachher sich wieder nach und nach zuerheben anfangt, so war nichts geschickter, die wieder auf-steigende Sonne anzuzeigen, als ein gegen die Felsen anklim-mendcr Sreinöock. Den häufigen Rege», welcher sichhierauf gemeiniglich in den heißen Landern statt des Frostesum die Mitte des Winters einstellt, sollte die Figur einesMenschen, der einen Wasserkrug ausgicßt, welches Stern-bild wir den Wastermann nennen, bezeichnen; und einPaar mit einem Bande vereinigte Fische mußten sie an dieZeit des Fischfanges beym Ausgange des Winters erinnern.
Man kann von den ersten Erfindern der Sternbilder ei-gentlich nicht behaupten, daß sie zugleich den unmittelbarenEinfluß der Sterne in die Witterung, und noch weniger ihreWirkung in die Begebenheiten der Welt sollteit angenommenhaben; sondern diese abergläubische Meynungen sind erst nach
und
* Die Flügel, mit welche» die Jungfrau auf den Himmelscharten ab-gebildet wird, sind ohne Zweifel erst in spätern Zeiten hinzugekvmen