Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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28. Buch. Heinrich der Vierte.

1594 „mehr verargen, als einem Rasenden, wenn er zuschlagt, und als einem Unsinnigen,„wenn er ganz nackend herumgeht?,, Viele, die bisher die abscheulichsten Ausschweifun-gen begangen und sich durch öffentliche Räubereyen bereichert hatten, erhielten nur Be-fehl, sich aus Paris wegzubegeben, und manche derselben bekamen sogar in der FolgeErlaubniß, zurückzukommen. Man stellte dem König vor, daß sich seine rechtschaffeneUnterthanen daran ärgerten: allein, er antwortete: „Meine Siege kommen von Gott,„und da er mir vergiebt, ob ich es gleich nicht verdiene, so null ich auch meinen Unter-„thanen vergeben,,. Anderer Beispiele, die vielleicht nur in Heinrichs Biographiegehören, hier nicht zu gedenken. Einige gleichzeitige Schriftsteller schreiben die grosseGüte des Königs der Politik zu: allein, es ist nicht möglich, daß ein schwer beleidigterMonarch, der alle Mittel zur Rache in seiner Gewalt hat, durch einen solchen Zaumsich sollte zurückhalten lassen, wenn er nicht von Natur ein Uebermaaß von Nachsichtunv Leutseligkeit besitzt. Gewiß, der Beyname des Grossen, den Heinrich um dieseZelt durch die öffentliche Stimme des, Volks erlangte, war nicht so wohl Ausbruch derBewunderung seiner Thaten, als vielmehr der Zärtlichkeit, die nur der Güte entspricht.

Die Sorbonne und die ganze Universität unterwarfen sich, und Hemrrchließ sich so weit herab, daß er der erstem von der Aufrichtigkeit seiner ReligionsänderungVersicherung gab. Die Bastille ergab sich durch Vergleich. Die Parlaments zuTours und Chalons wurden mit dem pariser vereinigt: doch nicht ohne Schwierigkeiten.Die treuesten Glieder verlangten Belohnungen oder Vorzüge vor denen, die sich durchden Strom der Ligue harten fortreiffen lassen. Allein, Heinrich verlangte, daß keineSpur der Uneinigkeit übrig bleiben, daß Eintracht durchgehends gleichvertheilt herrschen,und daß in den Parlamentsbächern alles, was die Unruhen zum Nachtheil der Gesetzeund des Oberherrn hineingebracht hatten, ausgestrichen werden sollteVerdrießt Heinrich betrat damals eine schlüpfrige, zwischen zween sahen Abgründen hin-

ch"' Zustand gerichtete Laufbahn. Die Reformirten, die ihn katholisch werden sahen, verlangtendes Kvnigs. Edikte zur Versicherung ihrer Besitzthümer: und die Katholiken beobachteten ihn, ausBesorgniß, er möchte seinen ehemaligen Glaubensgenossen Gunstbezeugungen ertheilen,die ihnen nachtheilig wären. Von einer andern Seite verlangten die Lignisten Beloh-nungen für ihre Unterwürfigkeit, und die alten Royalisten murrten, als sie sahen, daßEhrenstellen und Güter, die sie als den Preiß für ihre Treue ansahn, Rebellen zu Theilwurden. Und so muste der aufrichtigste, der beste der Könige dem eifersüchtigen Ka-tholiken heuchlerisch, und dem mißvergnügten Kalvinisten oder gedungenen Hofmannundankbar und geitzig scheinen. Alis den verdrießlichen Ausdrücken, die dem König un-ter solchen Umständen öfters entfuhren, kann man schließen, daß dieses die bittersten Au-genblicke seines Lebens gewesen sind. Da er im Lager erzogen war, muste freylich die Ge-schwindigkeit eines Marsches und die ungestümme Entscheidung eines Treffens seinerDenkart angemessener seyn, als das Gewühl im Kabinet und die verdrießliche Langsam-keit

o) H/r». I>. ic>8- c. io lgg. p. lgg. coNtio. kol. ;8 chg. 1°. 2.

li. 109. e. 1-7. P-Z 47 'Z; 7 -. Öan7/r T. 4. ^,.4. 462^ 7 M. Kor/p. 774 hg.

1 >. 14. PAA. - zI.. 477 mor>e/ r/e 777 /orv> p. >2.0 hg. Vergl. Krr/aer Lust. uiü-

IV i paA. 42,8 hg. 477 -»or>e/ - 7 e §»//> IV i. vers. llaris. IV 6. p. 81z hg. Daniel Tl). 11»PLA. 459-4^7. 477 »/o/>/>/ 1. 1. S. 2 Z72;o. ^t»//r/tt /7 l'. z. PSA 26s-278»

p. 421 -4;;. 477 ?»or>e/ ^ 7 ^r 7 /^om 7 /«s l'. 2. Schröckhs allgem, Viogr, B. r. S. Z2I n. ff.x. III hg. r/e x. z LK hg.