Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
60
JPEG-Download
 

6«? 28. Buch. Heinrich der Vierte.

1596 und Seure in Burgund, und Soifsons in Jsle de France, nebst ihren Domänen, aussechs Jahre, mit dem Vorrecht, daß es den Reformirren nicht erlaubt seyn sollte, Ver-sammlungen daselbst zu halten. Endlich bestimmte noch der König eine Zeit, wahrendwelcher es den lothringischen Prinzen und andern französischen Herren frey stehn sollte,sich zu stellen, um die Vortheile des Edikts zu gemessen.

Das Parlament machte grosse Schwierigkeiten, das Edikt zu registriren.Diane von Frankreich, eine natürliche Tochter Heinrichs des Zwecken, folglichSchwester Heinrichs des Dritten, und Lomse von Lochringen, des letztemGemahlin, widersetzten sich dem Artickel, wodurch die beschuldigten Personen von demVerdacht des Antheils an dem Königömord frey gesprochen wurden; und sie beharrtenbey ihrem Widerspruch, der wiederholten Befehle des Königs ohngeachret. Das Par-lament machte auch viele Einwendungen gegen die vom König bewilligten Gnadenbezeu-gungen, Privilegien, Exemtionen und Geleirsbriefe, und registrirte sie erst nach vielenköniglichen Befehlsbriefen.

Untrrwer- Der König erndtete bald Früchte seiner Güte. Der Herzog von Nemours

fung vcrschie-kehrte zu seiner Pflicht zurück. Der Herzog von Joyeust unterwarf ihm die Stadtdcner Stan-und Landschaft Toulouse. Das ist eben der Ioyeuje, der erst ein Kapuziner war, unddee Herren um hernach zum Dienst der ligue die Kutte mit dem Küraß vertauschte. Der König er-yerrM,aft "armte chu zum Marschall von Frankreich. Er trat in den Maltheserorden, wurde inHeinrichs.' der Folge wieder Kapuziner, und blieb es auch bis an seinen Tod. Einige Platze inAnjou, die der Herr von Lots - Dauphin für die Ligue besetzt gehalten, hatte dieser -vorher schon dem König übergeben. Da der König von Burgund her nichts mehr zubefürchten hatte, so siel es ihm leicht, auch die Ruhe in Provence nach und nach wie-der herzustellen, wo der Herzog von Epernon bisher immer noch geherrscht hatte, sosehr ihn auch die Treue lind Tapferkeit des vortreflichen Feldherrn Lcsdrguieres, derseinem König vom Antritt seiner Regierung her bis jetzt gegen den Herzog von Savo-yen und gegen andere Feinde die wichtigsten Dienste geleistet hatte, einzuschränken suchte.

Seltsame Zu Herren von Marseille hatten sich Rarl von Lasaux und Ludwig von

Vorfälle mir Alp seit fünf Jahren aufgeworfen. Sie warben Soldaten, gössen Geschütz, und ge-der Stadt horchten weder dem König, noch dem Herzog von Epeenon, noch den Häuptern derMarseille, jigue, ohngeachtet sie einige Gemeinschaft mit dem Herzog von Ma^enne unterhielten.

Sie trieben ihren Unsinn so weit, daß sie des Königs Bildniß öffentlich verbrannten,und bereit waren, sich lieber den Spaniern, als ihm, zu ergeben. Die Patriotenseufzten unter diesem verächtlichen Joch, aber niemand unterstand sich, dasselbe abzu-werfen. Endlich beschloß Peter von Libertär, ein Korse, der mit beiden Tyrannensehr vertraut lebte, und dem es weder an Klugheit noch am Muth fehlte, Marseilledem mit dem König versöhnten Herzog von Guise in die Hände zu spielen; welchesauch geschah, nachdem er sich verschiedene ansehnliche Vortheile zur Belohnung ausbe-dungen hatte.

Aussöhnung Die Einnahme dieser Stadt trug zur Demüthigung des Herzogs von Eper-

des Königs non nicht wenig bey. Er sahe nun wohl ein, daß er sich in Provence nicht halten kön-mit demHeez, ,ie, und fieng an, um Aussöhnung mit dem König anzusuchen. Dieser ließ sich auchE durch den Herrn von Roquelaure, einen sehr treuen Freund des Herzogs, bald dar-

zu bewegen. Epemon kam an den Hof, nachdem ihm die Provencer zur Beschleu-nigung