Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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28. Buch. Heinrich der Vierte.

1597 Alle Anwesende billigten diese Vorschlage: aber 7 was gehörte dazu, sie auszw

führen? Standhaftigkeit, die sich nicht bewegen ließ, Uneigennützigkeit, die nicht be»siochen werden konnte, Gerechtigkeit, um sich Achtung zu verschaffen, Strenge, uwder Habsucht der zu diesem Geschäfte nöthigen Unterbedienten Einhalt zu thun, einweit umherschauender Geist, der schnell alle Unschicklichkeiten im voraus erkennen undihnen schnell muste abhelfen und alle günstige Augenblicke benutzen können. Alles dieswar nothwendig, und fand sich vereint in der Person des grossen Sraatsbedienten Gülli-In kurzer Zeir brachte er das nöthige Geld zusammen; es waren zwey Millionen undsiebenhundert tausend Livres, die man sogleich zum Unterhalt der zur Belagerung derStadt Amiens bestimmten Armee und zur Befestigung der benachbarten Platze anwand-te. Der König seiner Seits strengte alle Kräfte an, Truppen aufzubringen, und machtebekannt, daß sie der Marschall von Biron unter ihm anführen sollte. VerschiedeneProvinzen stellten Regimenter auf ihre Kosten, und versprachen, sie dem ganzen Feld-Am 4. Jun. zng hindurch zu unterhalten; auch ergieng abermals, wiewohl spat, ein allgemeinesAufgebot an alle Vasallen; und das Parlament erklärte alle, die sich dawider setzen wür-den, für ehrlos. Zu gleicher Zeit ließ man die Königin Elisabeth von England andie Erfüllung ihres Versprechens erinnern, vermöge dessen sie für dieses Jahr viertau-send Mann zu der französischen Armee wollte stoßen lassen. Dies verursachte Schwie-rigkeiten, weil die Königin selbst Krieg führte und so viele Truppen nicht entbehren konn-te. Sie erbot sich zu einer Geldhülfe und leistete sie auch, gegen hinreichende Bürgschaft.Falsch ist es, wenigstens den glaubwürdigsten Urkunden zuwider, daß sie auch sogleichjene viertausend Mann gestellt haben sollte; diese langten erst beim Anfang der Belage-rung von Amiens an. Bey den teutschen Fürsten, bey denen Äncel Unterhandlungtrieb, und bey den Reformirten in Frankreich war weit weniger zu erlangen. Vielmehrsetzten die letztem Heinrichen durch ihr in der That hartnäckiges Widerstreben unddurch allerhand bedenkliche Maasregeln, die ihnen der Herzog von Bouillon und derHerr von la Tremouille eingaben, in die gröste Besorgniß. Aber der Herr vonLes-diguieres that mich jetzt dem König die grösten Dienste, indem er dem Herzog vonSavopeN , der aus den damahligen Umständen Frankreichs Vortheile ziehen wollte,genug zu schaffen machte, ohne dabey durch Geld unterstützt zu werden.

Indem sich Heinrich und seine Feldherren aus allen Kräften rüsteten, unter-liessen auch die Spanier nicht, sich bestens vorzusehen und die dienlichsten Gegenmittel,welche Kriegskunst und Erfahrung erdenken konnten, zum Empfang der Franzosen vor-zukehren. Hemrrch und Bwon waren noch im März mit den ersten Truppen nachder Picardie abgegangen, wohin die Verstärkungen nach und nach in möglichster Eilefolgten. Dennoch waren erst gegen das Ende des Maymonats die nöthigen Völker bei-sammen; das schwere Geschütz, das aus 45 Kanonen bestand, und die dazu gehörigenKriegsbedürfnisse waren durch Süllr's Betriebsamkeit noch vor Ende des Aprils im ja-ger angekommen. Diese Betriebsamkeit erkaltete auch nicht während der ganzen Bela-gerung; sie erstreckte sich auf alle dahin gehörige Gegenstände; die Soldaten wurdensehr ordentlich bezahlt, gut verpflegt, lind im iager herrschte Ueberfluß an allen Be-dürfnissen.

Ende des Gegen das Ende des Monats May ward die Bel gerung förmlich angefangen,

May. obgleich die ganze Armee, mit Jnnbegrif der Engländer, erst aus zwölf bis dreyzehn-

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