Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
96
JPEG-Download
 

95

28. Buch. Heinrich der Vierte.

1605 Güter, und nahm ihnen dagegen ihre Aemter ab. Morgan ward auf immerdem Königreich verbannt. Viele von den Richtern beschwerten sich beym König üv§diese Begnadigungen: allein, er antwortete, sie hätten das Ihrige als gute Richterthan; er wolle als ein guter König das Seinige auch thun. Er erlaubte sogar einigZeit hernach dem Herrn von Enrragues, in seinem Hause in Beauce zu wohnen:Graf von Atwergne aber kam bey Heinrichs Lebzeiten nicht aus der Bastille. Hi^gegen ward auch der Marquise erlaubt, zu Verneuil zu bleiben, und der König ließ w/entweder aus einem Ueberrest von Zärtlichkeit oder in Betracht der mit ihr erzeugt^Kinder, durch Patente von aller (schuld freisprechn; liebte sie auch nachher wieder §)

Es äusserten sich noch andere verrärherische Unternehmungen, Mauterei^Allerhand und Unruhen in Frankreich, gröstcntheils von spanischer Mißgunst angefacht: allein/Unruhen, bc- Heinrich dämpfte sie geschwind, theils durch redliche Diener, theils durch eigenesontcrs ron gttiwart. Besonders suchte der Herzog von Bouillon , ob er sich gleich ausser FralN'Bvuttlvn^"'aufhielt, die Reformirten zu Mißtrauen, zur Störrigkeit und zu übertriebenenForderungen gegen den König zu reihen: allein, Rosni , den Heinrich in diesem Iahtauf ihre allgemeine Versammlung zu Chatcllcraud schickte, erhielt daselbst das Ansehendes Königs, ohne seinen Glaubensgenossen zu schaden. Der Herzog von Bourllo^wäre gern das Haupt der Reformirten in Frankreich gewesen, und suchte deswegen analteutsche protestantische Fürsten seinen Absichten geneigt zu machen. Rosiii vereitelstdessen vornehmsten Zweck auf gedachter Versammlung; und nun sann HeinrichErnst auf die Unterwerfung dieses Herrn, den weder seine von Zeit zu Zeit eingereichtVertheidigungsschriften, noch. die Fürsprache der Schweißer und verschiedener prot'stantischer Fürsten mit dem König aussöhnen konnten. Man konnte ihn keiner Vssschwörung gegen Heinrich überzeugen; er hatte diesem auch ehedem wichtige Dienst- geleistet, und er war imiüer ein Prinz, den man gegen Spanien und Oestreich uMbrauchen konnte. Der König sahe auch wohl ein, daß er während seiner ganzen Ertfernung vom Hof die Reformirten in stetem Mißtrauen gegen denselben erhalten wür^Und doch erforderte die Ehre des Königs, nicht nachzugeben, weil er einmal die Sachso weit getrieben, und durchaus vom Herzog ein Geständnis seines Vergehens und eiE

1606 persönliche Erscheinung verlangt hatte. Daher wurden endlich die Sachen so vermittelsdaß der Herzog dem König Stadt und Schloß Sedan, unter der Bedingung einer vtligen Verzeihung auf vier Jahr übergab. In der That war es auch hohe Zeit, daßll^der Herzog zum Ziel legte. Denn Heinrich hatte 25000 Mann gegen Sedan U

Am i r.Febr. stehe" < und der Marquis von Rofni, den der König damals zum Herzog von SllH' U machte (. *), arbeitete als Oberfeldzeugmeister, an einem Zug schweren Geschütz^womit er Sedan noch vor Verlauf eines Monats dem König zu liefern versprochen ^te; wie denn Sülli überhaupt fast allein, wenigstens am eifrigsten, die Sacheden Herzog von Bouillon betrieb, weil er ihn wegen seines grösser« Ansehns unter d'

Rest

q ) Vr/a». U. iZ4. cap. 6. lq. p. ; ir - ziz. Angriff des Herzogs von Bouillon für einen ^ALcmott tt ae HÄ/r 1.4. p. 327 lhq. griff ihrer Religion hielten. Der König

p. 4c4.iqq. Oe Ann'I'. z. P.49Z t'^. Vergl. ihnen das Gegentheil dadurch zeigen, daßDaniel Th. n. S. 501. und f. in der Person des Marquis von Rosiii «NI ^

*) Dies geschah, nach Perefixens Zeugniß, so vorzügliche Art ehrte,wegen der Reformirten, die den vorhabenden