Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
152
JPEG-Download
 

152 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

r 6 ry Stand sehe, den seiner Würde anständigen Aufwand zu machen. Er reißte hieraufAm r r.Zan. ah, nachdem er seinem Sohn la Valette , befohlen hatte, die Stadtthore etliche Tag?

lang versperret zu halten. Zu Pont de Vichr schrieb er' euren ehrerbietigen Brief asden König, worinn er diese 'Abreise zu rcchtfertigmnmd zu beweisen suchte, seinegenwart sey in Saintonge und Angoumoiö für den Dienst des Königs weit nothwsffdiger, als zu Meß. Er sehte hierauf seinen Weg nach Angvumois fort, und schickte scknen Sohn jLadiÜac und den Herrn dü Plessis nach Blois, die der in grosser AEschwchendM Königin meldeten, der Herzog von Epernon erwarte ste zu Loches u»dDie Koni- sein Sohn, der Erzbischoff von Toulouse, nebst dem Abbt Ruccelai, der immer nochgin Mutterltza^ stärkste Triebrad bey dem ganzen Handel gewesen war, zu Moncrichard. Auf einckentweicht aus entwich sie in der Nacht zwischen dem 21 und 2 2 Februar glücklich aus dem SchloffAm r 2. Fcbr. und Eam ungehindert nach Loches.

Unruhen ^ . Als sie in Sicherheit war, schrieb ste an den König, sie habe ihre Ehre n>'°die daraus Freiheit lange genug müssen kranken lassen und grosse Furcht wegen ihres Lebens ausgdentstanden, standen ; man habe ihr gerathen, sich an einen sichern Ort zu begeben, wo sie von desUnternehmungen ihrer Feinde nichts zu befürchten hatte;, daher habe sie den Herzog vosEpernon gebeten, ihr einen sichern Aufenthalt in Angouleme zu geben. Zugleichschrieb sie an den Prinzen Viktor Amadäus von Savo^en, der nach Frankreichgekommen war, um sich mit der Prinzessin Christine zu vermahlen. Epernon l^richtete dem König, die Königin habe ihm befohlen, sie .zu Loches zu erwarten und nachAngouleme zu führen; er habe geglaubt er dürfe dies nicht abschlagen, ohne seine Pflichtgegen die Mutter und den Sohn aus den Augen zu sehen. Der Hof betrachtete dichBegebenheit als die Losung zu einem innerlichen Krieg und nahm alle MaasUegeln L"tVerhütung schlimmer Folgen. Man schärfte allen Befehlshabern in den Provinz^Sorge für die Erhaltung ihrer Plahe ein, und der teutsche, aber in französischen Dioffsten stehende Graf von Schomberg mußte mit etlichen Regimentern gegen den Hchzog von Epernon anrücken, um etwcm die Königin Mutter seinen Händen zu cntrccksen. Am Ende aber beschloß man auf den Rath des Herzogs von Bouillon, dieche lieber durch Unterhandlungen als durch offenbahren Krieg zu schlichten. LudrvBantwortete seiner Mutter in einem sehr drohenden Ton, gab aber zugleich dem UebAbrmger des Briefs, .Grafen von Berhüme, Befehl, einen Vergleich vorzuschlagen/und die Königin zu bereden, daß sie ihre Sache von den Handeln des Herzogs vo>Epernon trennen möchte. Dazu verstand sie sich aber durchaus nicht; der BlickWechsel zwischen Mutter und Sohn daurete fort unter den bittersten VorwürfeAlle Friedensmittler arbeiteten vergebens, bis Richelieu die Hand anslegte.

Dieser nach Avignon verwiesene Prälat beschäftigte sich , oder schien sichbeschäftigen mit Lesen und Schreiben geistlicher Bücher, und vermied fast allen Umg^um den Schein der Parteilichkeit zu vermeiden: dabey aber ließ er den Herrn vonttes unaufhörlich versichern, daß er die besten Absichten hege und seinen Lifenthalt mdessen Befehl nie verändern werde. Dies Betragen hatte für ihn erwünschte F^lfsLüines wollte lieber mit ihm, als mit Epernon oder Rucceiai, die er fürFeinde und für halsstarrige Köpfe hielt, zu thun haben; und schickte ihm daher Bck^,zu, sich nach Angouleme zu begeben. Seine Ankunft war weder dem Herzog ^

Ar