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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 157
der ersten Aufforderung. Durch diese von Richelieu begünstigte Unternehmung wur-de die Vereinigung der Königin Mutter und ihrer Truppen mit den Metts der lorrestehenden Herren gehindert und der ganze Plan der Aufrührer zernichtet. . , ^ .
- . Bald hernach kam der Kardinal Ssnrdis und der Bischoff von m
Beglenung des Herzogs von Bellcgarde, desErzbischoffs von Gen?, des ^^" "nigsmicleu.erUeannm und des P. von BeruUe, zu dem König, und erklärten chm un ^camen ^^cr.seiner Mutter, daß sie entschlossen wäre, allen Arten von heimlichen Verbindungen zuentsagen, und daß nur die Furcht vor der Unterdrückung sie genöthiget hatte, dle -buch-st n zu ergreifen. Die zween Abgeordnete der Königin baten zugleich, daß er allenihren Anhängern verzeihen möchte. Der K önig antwortete, es wäre kein Mensch ^ st^tiem Reich, der über Unterdrückung zu klagen hatte, und er wolle allen, die m achtTagen nach öffentlicher Bekanntmachung des Friedens die Waffen niederlegen und sichunterwerfen würden, Verzeihung wiederfahren lasten. Der Vertrag wurde vomAmio. Aug,König unterzeichnet, und er schickte ihn noch an demselben Tag seiner Mutter, nebsteinem zärtlichen und ehrerbietigen Schreiben.
Der geheime Artikel dieses Vertrags war das Versprechen eines Kardinalshuts Dem Bk-für den Bischofs von Lü?on, und die Heurath der Mademoiselle von ponrcsurlar, s^off von Lü-eincr Muhme des Bischoffs, mit dem Herrn von Lonibalet, des Günstlings Neffen.
Auf diese Art dauere Richelieu sein Glück, das er durch den Marschall von Ancre versprechen,gegründet hatte, durch den Herzog von Lümes und durch die gute Meynung, welchedie Königin Mutter von ihm hegte, und deren besonderes Interesse er doch bey dieserGelegenheit keines weges beobachtet hatte. —- Der König begab sich nach Briffac, undgieng seiner ihn besuchenden Mutter mit dem Herzog von Anjou, dem Prinzen vonTonde und dem Herzog von Lütnes, entgegen. Sie umarmten einander mit gros-sem Schein von Zärtlichkeit. Die K önigin Mutter gieng hierauf nach Chinon, und derKönig nach Poitiers, unter dem Verwand, die Angelegenheiten einiger Provinzen inOrdnung zu bringen.
An Epernon hatte man Bellegardett, dessen Vetter, geschickt", um ihn Vergleichzur Niederlegung der Waffen zu bewegen. Londe bat auch den Erzbischoff vonGens, in seinem Namen zu ihm zu gehen. Lümes ließ ihm sehr vortheilhafte Be-dingungen anbieten; er wollte den Marquis von ln Valette eine von seinen Nichten *mir 2V2OOO Thalern, die ihm der König geben würde, verschaffen: er wollte fernerden Marquis zum Herzog und Pair machen, ihm und den andern Söhnen des Herzogsdie Anwartschaft auf dessen Aemrer und dem Erzbischoff von Toulouse besonders denversprochenen Kardinalshut zu wege bringen. Dem Herzog von Ma^enne versprachman dle Statthalterschaft von Bearn, die man dem reformirten Marquis von la For-ce nehmen wo te: Allein, bNa'-enne wollte die Waffen nicht eher niederlegen, alsbts Lurnes gestürzt Ware, und er würde bey diesem Entschluß geblieben seyn, wennder Herzog von b>.pernon, der bey dieser Gelegenheit blos der Königin hatte dienenwollen, gleiche Gesinnung nur chm gehegt hatte. Um also nicht der einzige zu bleiben,der sich den Waffen des Kömgs wiedersetzte, so legre er sich auch zum Ziel. Und sozertheilte sich das Ungewitter, das über den Herzog von Lumen hatte auöbrechen wol-len. Er wa sehr vergnügt, daß durch Beyhülfe des Bischoffs von Lücon, der sichbey seinen Privarabstchten doch Verdienste erworben, und die ersten Funken eines bür-
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