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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 155
Stadt waten, bewegte, den König um freien Abzug zu bitten, welches ihnen auch bewckgk wurde. So bald der Marquis wieder gesund war, unterzeichnete er en erg euchwr und für die Städte Sainte-Fvi lind Mont-Flanquin. Man gab thm denMarschallftab und 2OOOO0 Thaler. ,
Nach der barbarischen Zerstöhrung des Städtchens Negrepelisse m Guyenne, ckm 8-vchen Einwohner die königliche Besatzung niedergemacht hatten, belagerte man dreStadt St. Antoine, die sich auch nach einer sehr milchigen Vertheidigung ergab, ->on ^da begab sich der Köuig nach Languedok, rrm Montpellier, wo Robay als Befehlsha-ber in Ober - und Nieder - languedok war erkannt worden, anzugreifen. Unterwegs er-hielt der König die Nachricht, daß der Marschall von Lesdigmeres versprochen hatte, vamr-
katholisch zu werden, wenn man ihn zum Konnetabel machen, und ihm den Orden des Heu ' „urd
ligen Geistes ertheilten würde. Diese Veränderung war ein Werk des Bischoffö von Lü;on und
oder vielmehr des Geitzes, der mit den Jahren bey dem achzigjährigen Marschall zu- Konnttabck.Nahm. Der König bewilligte, was er verlangte.
Die königliche Armee in Languedok unterwarf sich verschiedene kleine Plätze,ehe sie vor Montpellier kam, besonders Lünel, wo die Kapitulation so schlecht gehaltenwlirde, daß im Angesicht des Marschalls von pralln die Besatzung beim Ausziehennicht nur geplündert, sondern auch über 400 Mann davon getödtet wurden. Die ganzeGenugthuung, die man den Reformirten gab, bestand darinn, daß man acht Solda-ten hangen ließ, die nach lünel mit der Beute von denen, die sie wider das gegebeneWort ihrer Generale getödtet hatten, zurückkehrten. Bald hernach zog der König indie durch den Marquis von Chattllon überlieferte Stadt Aignes-Wortes ein; Eha-trllon bekam zur Belohnung eine Summe Geld und den Marschallstab. Die Refor-mirten bedameten seinen Abgang nicht sehr, weil er dem Herzog von Rshan aus Ei-fersucht in allen Stücken zuwider handelte und Angelegenheiten ihrer Parten dem Hofverrieth. Unterdes bewegten sie die bisher erzählten und andere widrige Zufälle, denFrieden zu suchen. Lesdrgmeres suchte bey dieser Gelegenheit seinen ehemaligenGlaubensgenossen zu dienen. Er begab sich ins königliche Lager, wo er aus Ludwigs 29. Aug.Handen den Degen eines Kvnnetabels empfing; worauf dem Marschall von Basssm-pierre versprochen wurde, an dessen Stelle zum allgemeinen Marschall aller königlichenLager und Armeen ernennt zu werden.
Da sich die Reformirten erboten, die Waffen überall niederzulegen, wennder König das Vergangene vergessen und ihnen künftig die bisher genossene Gewissens-srechen verstatten wollte; l'o glaubte man, der Friede wäre nicht weit mehr entfernt.
Allem, ein ««vermuthetes Hinderniß kam dazwischen. Man hatte die Nachricht aus-gestreuet, die Stadt Montpellier würde geplündert werden, wenn sie den König mit seinenTruppen aufnähme, und Condo' habe öffentlich gesagt, wenn er einmal hinein käme,so sollten alle Befehle ihn nicht abhalten, die Stadt der Wuth der Soldaten zu überlas-Die dadurch m Äesturzung gelten Einwohner ivvüten daher den nicht
aufnehmen, sondern verlangten, daß sich der König zehen Meilen von der Stadt ent-sernt halten und durch den Konnetabel sollte Besitz nehmen lassen. Der größte Theilköniglichen Räthe meinte, man könnte ihnen diese Bedingung bewilligen, weil derA?nig eben doch Herr der Stadt seyn würde: allein, der Prinz von Londe', den derErschall von Büsiömpierre unterstützte, hielt es dem König für schimpflich, sich
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