Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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29 . Buch. Ludwig der Dreizehnte.

1625 Eines der vornehmsten Hindernisse war die Vermahlung des Herzogs 6)^

Ursprung der von Anjou Bruders des Königs, mit der Erbin von kompensier, einzigendurch denHer.- ter Heinrichs von Bourbon, Herzogs von Monrpensier rmd Henrierre^'g v. Anjoii Marine vonIo^eust, die den Herzog von Guist zum zweeten Gemahl bekon»»^Orions) ve" h^kte. Diese Prinzessin war die reichste und schönste Dame im Königreich. Sienrsachten in- te jährlich 520000 Livres Einkünfte, und war von König Heinrich dem Grosse«! 1"ncrlichrn Un- den Herzog von Orleans, seinen zweeten Sohn, bestimmt: als aber dieser im JEruhen. 1611 starb, so bestimmte man sie für den Herzog von Anjou. Als nun dieser Pl'ilbein hinreichendes Alter, sich zu vermahlen, erlangt hatte, trieb sie die Königin Mutchzur Vollziehung dieser Heurath lebhaft an. Darüber aber gerieth der Hof in eine Tk^nung, die wichtige Folgen nach sich zog. .

König Ludwig lebte schon eilf Jahre lang in kinderloser Ehe, und seinebesbeschaffenheit schien, seiner Jugend ohngeachtet, so schwach, und sein Umgangsder Königin so kaltsinnig, daß sich fast niemand einen Nachfolger von ihm versorgDaher glaubte man, die Nachkommenschaft Heinrichs des Grossen könne nichtders, als durch eine Vermahlung des Herzogs von Anjou, erhalten werden.

Prinz schien auch geneigt dazu: aber der König, der von Natur seinem Bruder g^zuwider handelte, ließ ihm durch dessen Hofmeister sagen, er sollte nicht weiter dar^denken.

Richelieu, der die Unruhen voraussähe, die ihm die Lebhaftigkeit deszogs von Anjou verursachen könnte, rieth dem König, ihn durch Gütigkeiten an bvzu ziehen. Mali gab ihm also eine Stelle in dem Staatsrath, und ernennte seinen HssMeister Ornano zum Marschall von Frankreich. Grnano hatte den Prinzen in lssner Jugend sehr sorgfältig gepflegt: nachher aber, da er der Beförderung seinesdurch den Prinzen entgegen sah, schmeichelte er die Leidenschaften desselben, lind erw^. sich dadurch eine unumschränkte Gewalt über dessen Gemüth. Er wurde stolz darss^daß er bey dem Bruder des Königs so viel vermochte, und verlangte für sich selbst ^Stelle im Staatörath, oder doch die Erlaubniß, demselben, wie die Staatssekretär^stehend beizuwohnen. Da man ihm nun dies verweigerte, so wollte er sich rächen,dem Prinzen Gesinnungen, die dem König widrig waren, einflössen.

Die vorgeschlagene Vermählung des Prinzen mit der Erbin von Motttp^sier verschafte dem Marschall Gelegenheit zur Ausübung seiner Rache. Der Graf ^Soissons war einer von denen, die sich dieser Hcurarh mit dem besten Scheinsehten: Der verstorbene König hatte ihm seine jüngste Prinzessin, die man her»^mit König Rarl dem Ersten von Großbrittanien vermählte, versprochen, undwollte er diesen Verlust wenigstens durch die Prinzessin von Monrpensier erseht so,den. Die Prinzessin von Londe', deren Nachkommenschaft nach Abgang der i'"!,Heinrichs des Grossen den Thron besteigen sollte, wollte die Hcurath nicht betrügwissen, weil sie hofte, ihre Tochter, Mademoiselle von Bourbon, würde inZ^.schen zur Vermählung mit dem Herzog von Anjou reif werden. Eben dieser Meuss^waren die Herzoge von Vendome, die das Haus Guise haßten, und die dem Pri»k,ihre Schwester wünschten. Selbst die junge Königin, die den Verlust ihres A»st-^am Hof befürchtete, wenn die vorgeschlagene Vermahlung von fruchtbarern Folge»,die ihrige, seyn würde, hatte den Aufschub derselben gerne gesehn. Ihre Hofdame^

Lieble