Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
407
JPEG-Download
 

29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 407

genommen, wo er sich versteckt hatte. Man führte ihn in den erh-dvrb? Pallast, und von da in die Citadelle zu Montpellier. Einige Stundenin das wan ihn gefunden, wurden auch Thsu und Lhavagnac eingezogen und

derbr- ä» Tarascon gesetzt: doch gewann der erstere noch Zeit, seine Papiere zu>v»>.j.^P' Dzsnville, den der Herzog von Bsuillon nach Hof gesendet hatte,All dem Rückwege nach Piemont zu Valence angehalten. Lhavigtti fertigtedie ^us , um den Herzog von Bouillon mitten unter der Armee in Italien,

Ne ' hrte, in Verhaft zu nehmen, wovon der eine an den Herrn von Aiguebsn-öe/d ^^^^eilquartiermeister und Gesandten des Königs in Piemont, wie auch an diet^^ emdern Generalquartiermeister, Grafen duplestrs- praslin und Herrn von^lle der andere aber an alle Officiere der italienischen Armee gerichtet war.

lex Personen, die an der Verschwörung Theil gehabt, besonders der Unterhand»

oontrailles, retteten sich durch die Flucht,den zz Weil man voraus sahe, daß die Gefangennehmung des Herrn von Lmqmarsben)^^öog von Orleans sehr beunruhigen und vielleicht gar zur Flucht nach Spanien^ gen würde; so stellte man sich, als wenn man von seiner Verbindung mit <Lmc>-bäte b nichts wisse, und der Kunstgriff, den man anwendete, ihn zu hintergehn,betscheinbarer seyn können. Der König melvete ihm, er habe ihn zum Ober-lchlshahex der Armee in Champagne, die in dem Treffen bey Honnecourt war geschla-ernennt, damit die Truppen durch seine Gegenwart neuen Muth bekämen,konnte leicht denken, der König werde ihm kern Kommando anvertrauen, wenndaß ex einen Vertrag mit Spanien geschloffen hätte. Ludwig that nochri)A ^ berichtete ihm Linc-jMavs Gefangennehmung durch ein Handschreiben, wo-lhn zu bereden suchte, es sey nur deswegen geschehn, weil er die schuldige Ehr-te cA ^gen dessen Person aus den Augen gesetzt habe. Gasts glaubte dies, oder stell-irjA^^mgstens so: er ward aber betrogen, in dem er andre betrügen wollte. We-hättA^ hernach erfuhr er, daß der Hof von seinem Vertrag mit Spanien NachrichtNier«A"^ was man für Vorsicht gebraucht, um zu hindern, daß er nicht zu den Spa-H^d^hen möchte. Er schickte daher den verschmitzten Abbe' von la Rwiere zu dembjx L um seine Aussöhnung zu vermitteln, und bat den Kardinal LUlazarini und-Zerren Desno^ers und Lhavigin schriftlich um ihren Beystand.

«r ^ Richelieu a:if diese Art über seine Feinde triumphirt hatte, so wollte er^?ber seinen König triumphiren, und er wüste es dahin zu bringen, daß er vonselbst uach Tarascon kam, um ihn zu besuchen. Dieser Prinz ließ sich, weil erdvch k/E rvar, auf ein kleines Bett legen, das man neben das Bett des gleichfallsDränen ^ Kardinals gestellt hatte. Ehe sie mit einander sprachen, so fiengen sie an,^cheli ^ ^Ziesten. Ludwig that eine Art von Bekenntniß und Abbitte, und^sein-^'^Ee ihm für die Gütigkeit, daß er den Verlaumdungen nicht geglaubt,eiyx sto,,-"^lide zu seinem Verderben erdacht hätten. Es geschah also dem Schein nach^sttte'k^ne Aussöhnung, wenigstens übergab der König dem Kardinal alles, undhiiteAOm nicht allein den Liebling auf, sondern bot ihm auch seine eigenen Kinder, alsd>ie seines Vertrauens und seiner Freundschaft, an. Der Kardinal wüste nicht,

HyhA ^"reichende Beweise aufbringen könnte, um dem Oberstallmeister und dessengern den Proceß zu machen: aber endlich half er sich durch den Abbe la Rwiere.

Richelieu

r§4