zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte. 5il
aber die Partey des Prinzen durch Mistrauen und Leidenschaften getheilt war, die 1652^'vfpartcy hingegen in dem Parlament und unter dem Volk sich täglich verstärkte, und^vnde" wegen der Schwäche seiner Armee gegen die königliche, die immer mehr an«
Uchs, nichts unternehmen konnte; so ließ sich endlich der spanische Graf Arenjal-Die Spanierbewegen, sich in der Mitte des Julius gegen Frankreich in Marsch zu setzen. Er komme» denMte sich ni,t dem Herzog von Lothringen vereinigt und war dadurch 25,000 Mann ö»
lmrk geworden. Mazarim wurde darüber äusserst bestürzt, weil man diesen auswar- ^ ^
^gen Feil,den und den Prinzen nur 8220 Mann entgegenstellen konnte; und er ließich»,, bey dem Herzog vonLonguevtlle von weitem anfragen, ob der König allenfalls? der Normandie eine Zuflucht siudcn könnte? Da die Antwort nicht günstig ausfiel;
>0 dachte man darauf, den König nach Lyon zu bringen. Allein, Türenne war einer Türenne's» «wer,, Meynung, und glaubte, daß die Entfernung des Königs den Feinden erst freye Standhaftig-A^nde zur Ausführung ihrer Absichten geben würde. Er hielt für das Sicherste, wenn ^l'ch der König nach Pontoise begäbe, und die Armee sich bey Compiegne lagerte, um^ Feind zu beobachten, und sein weiteres Eindringen zu hindern. Dieser Vorschlagard angenommen und rettete Frankreich; denn die spanische Armee, die keine freyes^^inschaft mit Paris harte, und die Niederlande nicht blosstellen wollte, entferntelch bald, und begnügte sich, den Herzog von Lothringen an den Gränzen stehn zumssen. Mazarini rrug das Seinige auch dazu bey; denn er schrieb einen Brief an denHerzog von Lothringen, den er vorher vergeblich zu gewinnen gesucht hatte, undversicherte ihn, daß die Königin entschlossen sey, sich mit dem Prinzen zu vergleichen,der nach seiner Gemüthsart nicht ermangeln würde, seine Waffen, so bald er befriedigt^äre, gegen ihn und die Spanier zu wenden. Der Kourier, der den Brief erhielt,
Mte Befehl, sich von den Spaniern auffangen zu lassen, und wurde würklich zu demGrafen Fuenjäldagna gebracht, der daraus schloß, daß es nicht Vortheilhaft sey, denMinzen von Londe' zu mächtig zu machen, und sich deswegen zurückzog.
So bald die Spanier entfernt waren, kam die königliche Armee wieder vor?"kls, und die Unterhandlungen wurden fortgesetzt. In der That hatten beyde The!«
den Frieden nöthig, weil sie beyde geschwächt waren; beyde hatten Mangel an Geldy!^Volk; beyde waren untereinander uneinig, und beyde hatten von ihren Gefechten-Ats als Schaden eingeerndtet. Nur wollte der Hof seine Ehre dabey nicht auf das. Viel ; benn es wäre unanständig gewesen, das kostbarste Geschenk des Friedenszu geben, die, wie die Pariser, noch gegen ihren Fürsten gewaffnet waren. Da«
Dusten ^ Sachen so eingerichtet werden, daß es schiene, als wenn man den Frie« Verlesung« treuen und nicht aufrührischgesinnten Unterthanen ertheilte. Man schickte dcswe. des Pariserste Erklärung nach Paris, die das Parlament nach Pontoise verlegte. Der er« A"„r0i"se.^Präsident, der Siegelbewahrer, die Präsidenten von lTIovion und Loigneux,der Am z Aug.d§s k Prokurator "Ud eilf Räthe gehorchten, kamen nach Pontoise, und sahen sich alsde>u klegte Parlament an. Auf diese Art sahe man zwey Parlamenter, davon einesdie ködern sein Ansetzn streitig machte, welche widersprechende Schlüsse machten, unddiy "durch eine Verachtung des Volks geworden wären, wenn sie nicht gegen den Kar«
Fr '""gestimmt hätten; denn damals gehörte es zu den wesentlichen Pflichten einesMazarms Feind zu seyn. Der König hörte die Vorstellungen des Par«
"ks von Pontoise gegen den Kardinal, und sahe sich endlich genöthigt, ihn zum .
Opfer