Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
537
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zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte. §Z7

^ Auf dieser Insel also brachten Lplazarmi und ^ars, ohne einige fremde rözyVermittelung, einen Frieden zu Stande, »vodurch ein vier und zwanzigjähriger KriegEndiget wurde. Die Konferenzen nahmen am izten August ihren Anfang. Das^fchäft fand aber, ausser dem Cärimoniel, dessen Einrichtung mehr Zeit, als dieFrie-denshandlungen selbst, wegnahm, hauptsächlich vier Schwierigkeiten. Die erste be-^af den Prinzen von Londe , dessen völlige Wiederherstellung und Einsetzung in alleAne Würden der spanische Hof nochmals verlangte. Man hatte ihm von SeitenSpaniens versprochen, seinen Vortheil bey dem Friedensschluß zu bedenken, und dieEhre dieser Krone erlaubte nicht, ihn zu verlassen. Dagegen glaubte Mazarim, esA unanständig, einen Rebellen so uneingeschränkt zu begnadigen und einenStaatsverbrecher in alle seine Würden einzusetzen. Endlich drohte Haro, daß seinKönig dem Prinzen von C-nde einige Plätze an den flandrischen Gränzen mit der vol-len Oberherrschaft abtreten würde, um ihn wegen der Vortheile schadlos zu halten,

^ Man ihm in Frankreich hartnäckig verweigerte. Diese Drohung bewegte den Kar-^Ual, in die völlige Wiedereinsetzung dieses Prinzen zu willigen, unter der Bedingung,

Spanien Avefne und einige andre niederländische Plätze an Frankreich abtreten soll-Die zwote Schwierigkeit war die von Spanien verlangte Verzichtleistung der^Ufantin auf das Recht der spanischen Erbfolge. Mazarim setzte sich lange dagegen,ob er gleich alle solche Verzichtleistungen für nichtig hielt: als aber der spanische Mini-ner darauf bestand, so gab er nach, so wie vorher Lionne. — Die dritte Schwie-rigkeit betraf Portugal. Frankreich blieb endlich auch bey seinem Versprechen, diesemReiche gegen Spanien nicht beyzustehen. — Die vierte Hinderniß verursachte die Be-^"wung des HeurarhsguteS der Jnfantin. Haro versprach endlich eine so grosse^umme Geldes, von der er wohl wüste, daß sie Spanien so bald nicht würde bezahlenvnnen; nemlich 500,000 Goldkronen, die in drey Fristen ausgezahlt werden sollten.

»achdem sich Mazarim wie ein geitziger Wechsler über die Güte und den Werth derschaler zerzankt hatte, so machte er den König seinen Herrn durch Eydschwüre verbjnd-, von denen er ihm schon vorher gesagt hatte, daß sie für nichts zu rechnen waren.

Ludwig sollte förmlich allen Ansprüchen an die spanische Monarchie entsagen; die?vfantin aber sollte nicht allein versprechen, ausser jener Summe nie etwas von ihren^etlichen oder mütterlichen Gütern, unter welchem Vorwand es auch wäre, zu fo-^n, sondern sie sollte auch für sich und ihre Nachkommen auf alle Erbfolge in denKö,

Zeichen, Staaten und Herrschaften ihres Vaters Verzicht leisten, doch so, daßVerzicht nicht stattfinden sollte, wenn sie Witwe ohne Kinder würde.

h Ehe dieser Kontrakt unterzeichnet wurde, erfoderte es der Wohlstand, daßSeiten Frankreichs eine förmliche Anwerbung bey dem katholischen König um dieg ><Mtin geschahe. Dieses Geschäft wurde dem Marschall von Gramonr aufgetra-D?' Er konnte aber, weil Frankreich gar zu sehr an Geld erschöpft war, keine grosse^gur machen. Er bedeckte diesen Mangel durch den Schein der Eilfertigkeit, indembei, Courier in Madrid einritte. König Philipp nahm ihn mit grosser Zufrieden- Am iä Skt.t^ouf, versprach ihm die Jnfantin, und er brachte diese Antwort seinem König zu>

^ - der aber seine Braut, wegen seiner noch fortdaurenden liebe zu Mancini, der"chte des Kardinals Mazarim, eben nicht allzufehnlich erwartete.

^Ug.W.H-z-.TH. N.H.-I.TH. Pyy Jnzwi-