Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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z O. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

Rathpensionar bestechen: allein, dieser weigerte sich, Geschenke anzunehmen, und fal^dennoch Gelegenheit, die Staatsabsichten des französischen Hofs zu ergründen. Sch^im Jahr 166z versicherte er, daß die Stande nicht abgeneigt waren, sich genauerFrankreich zu verbinden, wenn der König von Spanien sterben sollte, und trug ss^auf emen Theilungsvertrag wegen der spanischen Niederlande an. Als Ejrrades dich'Vorschlag ohne Befremden anhörte; so gab de XVitt endlich zu erkennen, es müssebey vorausgesetzt werden, daß die Königin von Frankreich, ohngeachtet ihrer Entsagt"^nach dem Tode des Königs von Spanien und seines Prinzen, ein Recht auf die sp^schen Niederlande behielte. Estrades stützte das Recht seiner Königin auf d>chGründe: i) die gezwungene Entsagung sey dem natürlichen Rechte zuwider, welch^nach es der Königin nicht freygestanden hatte, sich oder ihren Kindern dadurch zuden; 2) wäre die Entsagung nur auf allen Fall unter decVedingung geschehen, daß ^Brautschatz von 50000« Goldkronen zur bestimmten Zeit bezahlt würde: dies sey ^nicht geschehen; z) die Entsagung sey weder von dem König noch der Königin ^Spanien bekräftigt worden. Diese Unterhandlung ließ den Rathpensionar vermuth^daß Frankreich entschlossen sey, mit dem Angriff der spanischen Niederlande nicht ^nach dem Absterben des Kronprinzen Philipp des Vierten zu warten, sondernsogleich nach dem Tode dieses Königs zu unternehmen. Inzwischen schlug der spariUGesandte Gamarra den Holländern ein Bündniß zur Erhaltung und Vertheidig'^der beyderscitigen Niederlande vor: allein, Estrades hintertrieb dies, und er si'.oder sein König unterließ, etwas mit den Generalstaaten auszumachen, seitdem er e"deckt hatte, daß König i^arl von Großbritannien misvergnügt über die HolländerBetraten des weil er wohl vermuthen konnte, daß diese, bey dein Ausbruch eines Kriegs mit Eugl^ zsranzös. Hofs Frankreichs Hülfe suchen würden. Es war also für Frankreich Vortheilhaft, daß ^ s,^>^un-Misvergnügen zwischen beyden Seemächten zunahm, und man versichert auch, daß/?'gen zwischen stn Unterhändler sowohl zu London als im Haag dasselbe unter der Hand verstärkt ^England und ten, ohngeachtet es gleich nach dem Ausbruch des Unwillens beyder Staaten seineHolland. mitt/lung zur Verhütung des Kriegs und zu Beylegung der Streitigkeiten anbieten ^Frankreich hatte überdies noch den Vortheil von diesem Kriege zn erwarten, daß ^französische Seemacht bey Schwächung der englischen und holländischen gew'N^konnte. Da Holland sahe, daß der Krieg mit England unvermeidlich war, sozu Ende des Jahrs 1664 von Beuningen nach Frankreich geschickt, um, a"fFall eines Angriffs der Engländer, dem Bündniß vom Jahr 1662 zu Folge, HÄss ^begehren. Allein, der Gesandte erhielt blos eine allgemeine, die Sache verzögch ^Antwort. Denn die Midister wendeten vor , wenn ihr König jetzt der Republik ^ .,1stände, so könnte er sie vielleicht, bey Ausführung seiner Ansprüche auf die spaN'iss^Niederlande, zu Feinden haben; er müßte also in Ansehung dieses Punkts nothn^§vorher von der Republik beruhigt werden. In der That befand sich Ludwig ^Vierzehnte damals in grosser Ungewißheit. Einer Seits sahe er sich verbunden/ hVertrag von 1662 zu erfüllen: anderer Seits aber war klar, daß Holland durch ' ^Unterstützung gegen England nur desto geschickter werden würde, seine Absichten a'st ^spanischen Nckderlande zu stöhren. Ausserdem suchte König Aarl seine Frculck'b/^sehr eifrig, und ließ ihm in Ansehung der Niederlande freye Hände, ohne darinnFußbreit Landes zu verlangen, aber blos unter der Bedingung, daß er von demDm"'^

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