zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
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Hkrr Bsuteville -Motttniorenci bekannt war, zum Gcnerallleutenant hatte. Diese linverrnuthe-^ Unternehmung rührte von gewissen Ranken her. Der Prinz von Lonve , dessen kriegerisches^nie man seit seiner Begnadigung ungebraucht hatte liegen lassen, war über den Ruhm des Mar.-uhalls von Türennc und der Kriegsminister Louvois über die Gunst dieses Helden bey dem Ko-'"g' eifersüchtig. Der Prinz, als Statthalter des Herzogthums Burgund, hatte den Anschlag ge-macht, die angränzende Grafschaft Burgund mitten im Winter in kürzerer Zeit einzunehmen , als^ueenne im vorigen Sommer gebraucht hatte, das französische Flandern zu erobern, Er theilte ser-Entwurf dem Kriegsminister mit, der ihn begierig annahm, um zugleich, dem Ruhm des Mars'challs von Türennc zu schaden ,,»d seinem König zu dienen. , .
, Die Grafschaft Burgund oder Franche - Comte' war damals sehr geldarm, aber frucht-
dar und. wohl bevölkert; und der Name einer freye» Grafschaft kam ihr mit Recht zu. Sie stand*nehr unter dem Schutz, als unter der Herrschaft der spanischen Könige, und das Volk genoß zehrStosse Freyheiten, die ihr mehr die Gestalt einer Republik, als eines unterworfenen StaatS gaben:aber eben deswegen hatte sie auch das gewöhnliche Schicksal der Republiken; der Parteygeist herrsch-te unter den Einwohnern. Frankreich gewann einige der angesehensten Herren durch Geld und durchVersprechungen; besonders des Abts Johann von VOatteville. Diesem, der vorher Officicr, Kar-tellier , Türk und endlich ein katholischer Weltgeistlicher geworden war, machte man Hoffnung zuder Stelle eines Oberdechants in dem Erzstift Besannen und zu noch andern Pfründen. Man be-dach einige obrigkeitliche Personen, Officiere, und sogar den Generalgouverneur , Marquis von«^rnne, der auch nach dem Krieg ein starkes Zahrgeld und die Würde eines französischen Gencral-lieiitenants annahm. Diese Ranke wurden durch 20000' Mann unterstützt. Die Städte Besan-?vn und Salms, wovon jene durch den Prinzen von Londe' und diese durch den Herzog von Lu-xemburg angegriffen wurde, ergaben sich gleich am andern Tag. Der König erfuhr die Erobe- Am 7. §ebe.kling beyder Städte zu Dijon, und beschloß die Eroberung der festen, aber schlecht besetzten StadtDole, die sich auch am vierten Tage ergab. Der Prinz von ConDe' war mit seinem Sohn beyallen Belagerungsarbeiten, und stattete von allem, was vorgieng, dem König Bericht ab, wie einOfficier, der sein Glück machen will. Der König zog selbst in Dole ein, wie er auch bey andern Am r;. Fcbr.Städten, die seine Feldherren erobert hatten, zu thun pflegte. In zwo Wochen war hie ganzeüranche Comre' seinem Scepter unterworfen. Ludwigs Schmeichler wendeten das bekannte veni,viel des Julius Cäsar auf ihren König an: allein, zu geschweige», daß Ludwig diesem Hel-den überhaupt sehr unähnlich war, so trafen seine Feldherren nicht einmal würkliche Feinde in Bur-fwnd an; sie hatten sich auf eine niedrige Art durch französisches Geld erkaufen lassen, thaten alsochre Schuldigkeit nicht, und derzeitige», die sie thun wollten, waren viel zu wenig. Es war alsovhr wenig Kriegsruhm mit dieser Eroberung verknüpft q).
. So bald die Holländer von dem Einfall in Burgund Nachricht bekommen hatten, drungen Bemühungen
^ bey dem Marquis von Lastel-Rsvrigo sehr nachdrücklich auf die Annahme des Stillstandes bis bcr Holla,wer,iu Ende des März, und des doppelten von Frankreich gethanen Vorschlags. Allein, er siichre Auf-»
1 u»>b, weil er hoffte, die beyden Seemächte würden sich endlich um ihres eignen Vortheils willen ge- '
'.'bchigt fthen, den Fortgang der französischen Waffen mit Gewalt zu hemmen. Er irrte sich aberdenn sie hatten beschlossen, zu diesem äussersten Mittel nicht eher zu schreiten, als wennvlankreich sich an den gethanen Vorschlag, nachdem er von Spanien angenommen worden wäre,halten würde; und sie gaben den Spaniern zu verstehen, daß sie auf keinen Beystand hoffen' woftr» sie den zwiefachen Vorschlag nicht annahmen. Sie drungen auch stark auf die Ab-b»»g her Bevollmächtigten nach Aachen zu den Friedensunterhanblungcn; und der spanische Hofs^Ichloß sich auch endlich sowohl hierzu, als zum Stillstand. Aber zur Annahme des doppelten Vor-wollte er sich nur unter der Bedingung entschließen, daß Frankreich vor dem Parlament zu^'is auf alles weitere Recht an die spanischen Staaten Verzicht thun, und sich stakt der erobertensich si) weit in die Niederlande hinein erstreckten, mir andern von gleichem Werth be-rgen wollte; allein, man verlangte, daß er sich wegen dieser zween Artikel auf die Mittler ver-sollte. ^
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