Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

so lange daselbst zu bleiben, bis die Feinde aus Mangel an Lebensmitteln sich entfernen würden.

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ihn ohne grosse Mühe. Zwey bis dreytausend sollen dgbey getödtet, gefangen worden und ertru

seyn. Beynahe wäre Rheinfeldcn zugleich von den Franzosen erobert — verschiedene Dragonerren schon mit den Flüchtigen eingedrungen — wenn nicht der Oberste Mercy die Zugbrücke attflEgen und einen Theil der Hauplorücke in Brand gesteckt hatte. Nunmehr rückte Lrequi gegenKaiserlichen weiter an, und trieb sie von einem Posten zum andern, bis zu dem Beschluß des M ,Am - 7 > Jul. zugs. Er nahm so gar Kehl mit stürmender Hand ein, ob es gleich wider die den Straßburgerss^swilligte Parreylcsigkeit lief: aber Lrequi entsthuldigte sich mit der Nothwendigkeit, ließ das 8^Die Franzosen schleifen , und zog über den Rhein. Schnell warf der Herzog von Lothringen sechs bis si^greifen Straß- h„„dert Reuter und tausend Fußgänger in die Stadt Straßburg. Lrccgn wurde über dieseurg an. lassung freunder Truppen so erzürnt, daß er die Sternschanze bestürmen ließ. Die Obrigkeit webkUnterhandlungen anfangen, und erbot sich, die Schanzen der Stadt zu schleifen und die Brück^niederzureißen. Er antwortete, die Stadt habe schon lange auf vielfache Art treulos gehandelt, rdaß man Bedenken tragen müsse, sich mit ihr einzulassen: doch wolle er, wenn sie Abgeordneteihn schicken würde, eine bestimmte Antwort ertheilen. Weil aber die Obrigkeit uneins unterwar, so verzog sich die Absenkung so lange, daß die Schanze darüber beynahe wäre eingenonlnssworden. Man kam überein, daß die Feindseligkeiten in einer Stunde aufhören, daß den Franzob ,die Schanze eingeräumt werden, daß aber die übrige Armee in zweymal rg. Stunden das Scraß^,

ger - Gebiet verlassen sollte. Dieser Vertrag fand nicht Statt. Der Graf Piccolomini und

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Prinz -Hermann von Basen empörten das Volk gegen die Obrigkeit; die Feindseligkeiten stell«

wieder an; und die Franzosen bekamen die Stern - und die Zollschanze ohne Schwcrdtstreich,

die darin liegenden Truppen verliessen sie, so bald sie die Feldmusik hörten, welches sie für das Zciäb— ... ... „ . . ..... —

zum Sturm hielten. Die Obrigkeit ließ den Prinzen von Lothringen ängstlich um Beyssand al

hen; er suchte ihnen auch zu willfahren: aber vergebens. Er ließ bey Laufcnburg eine Brucke >>bden Rhein schlagen. Kaum hatte Lrcgui dies erfahren, so schickte er einen starken Haufen von stss .Armee unter den: Drlgardicr vc la Roque ab, um den Uebergang der Teutschen zu hindern.kam gerade zu der Zeit an, als tausend Mann herüber waren; er griff sie an und schlug sie, sodreyhundert getödtet, eben so viel gefangen wurden, und die übrigen im Rhein ertrunken, stressfvereinigte sich hierauf mit diesem Haufen, und zog neben dem nach Philippsburg zu gehenden Herz -von Lothringen her. Er nahm hernach sein Quartier zu Weisscnburg, und ließ Verheerungen QLandein anrichten, um den Kaiserlichen die Hoffnung, am Rhein zu überwintern, zu benehmen, " §sie zu nöthigen, daß sie sich in die Pfalz begäben. Die Franzosen machten den Beschluß des FeldMAm i;. Okt- mit Eroberung des für unüberwindlich gehaltenen Schlosses Leuchtcnburg b).

als daß er die Gründe des Kurfürsten hätte annehmen können. Daher suchten auch die ^DunbSgenossen so gut, als sichs thun ließ, aus dem Spiel zu kommem Luvwig ließ sich unterHand mit Dännemark ein, weigerte sich aber, einige besondre Reichsfürsten in den mit Hollano Ltroffenen Vergleich einzuschließen, weil diese mit in dem Frieden begriffen seyn müßten, den er ..dem Kaiser und dem Reich schliessen wollte. Aber eben mit dem Kaiser konnte Frankreich nichtwerden. Daher unterblieb auch ziemlich lange die Bekräftigung des Friedens mit Spanien: abetfranzösischer Einfall in die spanischen Niederlande, wodurch der beste Theil von Flandern jäu»w- ^verwüstet wurde, nöthigte Spanien endlich, den Frieden zu bekräftigen. Hierauf schien sich auw^Kaiser dem Frieden mehr zu nähern. Im Oktober waren die Unterhandlungen zwischen seinenden französischen Ministern angegangen, und die englischen waren als Mittler dabey. Aber esstandcm so viele Zwistigkeiten, daß man gegen das Ende des Novembers erst über einen einzige»^

h) M'mor>e§ «je p. Zl8 p. 241 lqy. «ie p. 457'482.

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