Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
612
JPEG-Download
 

6 l 2 Zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

1679 Besitz zu nehmen, noch auch Nanci mit der Heerstraße nach Elsaß an Frankreich abzutreten; ^wollte sich lieber seine Rechte bis auf eine günstigere Zukunft vorbehalten, als sich unter FrankreichSklaverey begeben. Er blieb seiner Lande bis zum Nyßwicker Frieden beraubt; und bewies vielle>chmehr Standhastigkeit, als alle diejenigen, die sich mit Frankreich verglichen hatten.

So kam Europa nach sechs- bis siebenjähriger Erduldung aller Kriegsübel, wieder sj"Ruhe. Nie hat Frankreich einen vortheilhaftern und seine Stärke mehr an den Tag legendenden geschloffen. Ludwig der Vierzehnte breitete dadurch seine Herrschaft in den spanischenVerlanden weiter aus, und schloß den Frieden auf Gesetze, die er selbst vorschrieb, und dieFeinde nur deswegen annahmen, weil seine Minister die Kunst verstanden, sie zu trennen und 1 ^einzeln zur Annahme der vorgeschriebenen Bedingungen zu zwingen c).

K-Karlv.Spa- Kaum war der Friede geschlossen, als König Rarl der oweete vsn Spanien sich hs

rvu" Marie Louise, der ältesten Prinzeßin des Herzogs von cvrleans, vermählte, die aber keinen

ttstcn' Primch schmack daran fand, vielmehr fast in Thränen zerfloß , als sie ihre bisherige ungezwungene Lebens^'für des Herzogs mit einer ängstlich steifen verwechseln und einen kraftlosen König heurathen sollte. Ähre Besorg«^vonOrlcans- war nicht nngegründet; sie führte ein unthätiges, klostcrmäßiges und verdrießliches Leben, bis

Zahr 1689, da sie der Tod, den einige nicht für natürlich hielten, davon befreyete. Der Heurath^vertrag wurde am aystcn August geschloffen und die Vermahlung am 18 November zn Burgo'vollzogen d).

Bald darauf vermahlte König Ludwig seine mit der Maitresse la Valliere erzeugte TMter, Mademoiselle de Blois genannt, mit Franz Ludwig, Prinzen von Conti, Sohnder Madeniou P""»cn Armand von Conti und der Anne Marie Marcinozzi. Diese Vermählung zog dem K.seile'de Blois >"8 von vielen Personen, die sie unschicklich fanden, Vorwürfe zu: allein er kehrte sich daran nichftmit dem Prin- die Zeiten waren vorbey, da die Grossen des Reichs dem Willen des Monarchen widerstreben konnte^zen v. Conti, der Prinz willfahrte auch daher, ohne die geringste Einwendung. Er zeugte aber kein Kind mit dll'ser Gemahlin.

Am 7. März. Nicht lange hernach geschah die Vermahlung des Dauphins mit der Bayrischen Prinzeß^

,vwd^mu"einer Anne Victsrie, deren Vater, der Kurfürst Ferdinand, kurz vorher gestorben, und ds

bai>rischeu ^swegen in dem vergangenen Krieg parteylos geblieben war; denn die Vermahlung seiner PrinzeßVrüizeßin ver- war schon zu Anfang desselben beschlossen worden. Die Vollziehung derselben geschah zu Chalons »»'mählr. allen Feycrlichkeiten und mit der glänzendsten Pracht.

Reise Ludwigs Hierauf unternahm der König mit dem ganzen Hof eine Art von Lustreise nach den

14. und Austal-deiche" Seeplätzen, wobey er aber die ernsthafte Absicht hatte, sie durch Ausbesserungen und nc^tcn zurBesestl- Festungswerke gegen künftige feindliche Anfalle m Sicherheit zn setzen. Er beaab sich deswegen Egmig vi eler Vonlognej nach Ambleteuse, untersuchte den dortigen Hafen, und befahl die Anlegung verschiedet"Platze in Flau- neuen Werke. Auch zu Calais wurden die alten Festungswerke mit neuen verstärkt. Er reiste h"s»mi !t- auf nach Ardrcs, St. Omer, Dünkirchen, wo ihn der König von England und dessen Bruder, ^Herzog von Kork, begrüßen liessen. Eben dies that der spanische Statthalter in den Niederland-^der Herzog von Villa - -Hennosa. Auf die Vermehrung der Dünkircher Festungswerke wurdemehr Fleiß gewendet, so daß die Stadt einer der stärksten Plätze des Königreichs und der Haft"/'ner der wichtigsten in Europa wurde. Von Dünkirchen gieng der König nach Ppern, MeAMrffarkmig Ruffel und Dornick, von da er wieder nach Versailles zurückkehrte. Um eben diese Zeit wurde ch '^eeniawt y'chefort an der Charente weiter ausgebauet, Toulon besser befestigt, die Marine durch Erbauung

1680Am 16. Jan-

^ ' ler neuer Kriegsschiffe, durch Werbung vieler Matrosen, die mit den alten zusammen 60,000sollen ausgemacht haben (*), und durch eine Seeschiffe, worin junge Edelleute im SeewesenVersicherung Seekrieg Unterricht empfiengcn, vergrößert, die Gränzen von Lothringen, Elsaß und der GraOLder Gränze». Burgund, die neuen Kriegen am meisten ausgesetzt waren, durch Anlegung der Festung Hüninge» " „durch Befestigung der Stadt Saar - Louis, mehr gesichert. Da Frankreich von Dreyfach bis Hü>n^keinen beträchtlichen Platz besaß, so war die Errichtung dieser letzten Festung zur Erhaltung der ^ ^

gras

c) - 5 t. O/rllr'e<- p. 207-^25. -ie

^ 1. P->g. 121 chq. Meatr. Th. n.

1277 - i;oc>. Ö« ,M»t ß?. 7. k. 1. p. ;7s - 992. p. 999-404. p. 4O7chg. p.419. Dergl1. 4,

188 -208. Keso»/et " 5 . 5. p. 159-17;. T- Z-

k>. Z 7 S chg. Schlegel Lh. 9. S- 5 ÜI - 5 ^ 9 -

d) Lz-H' p. 246 ch. 81. Ottllrct- p. ;2Ü sgg- ^

1. 5- p, 6 sqg. ^ 5. p. 209 ch. M

0 Sie Ivlirbe» in drey Klassen vertheilt: 20,0°°^,die Kriegsschiffe, 20,000 für die Kaufleute, und A gst«die in Ruhe bleiben und die beyden ersten Kialo"lösen oder nöthigen Falls verstärken wüsten.