Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
639
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zo. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

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lvüt, und sich nur auf einen Theil der Allodialerbschast erstrecken konnte, wett die Prmzeßl'n^ Ansehung des übrigen in dem Heurathsvertrag Verzicht gethan hatte. Es war auch ungewöhnr.

"ch, daß der König von Frankreich das Vorhaben des Kaisers, ihn zu bekriegen , welches er nicht

beweise» konnte_denn das Augsburgcr Bündniß war nur ein Vertheidigungsbündniß-und

seinen Sohn zum römischen König erklären zu lassen, als eine zum Krieg berechtigende Ursache an-Ahrte. Endlich schien auch dies der unter Fürsten gewöhnlichen Bescheidenheit zuwider zu seyn, baßFrankreich die Schleifung der Festung Philippsburg in den Friedensvorschlägen aus dem Grunde ver-engte, weil der Platz zu Einfällen in das französische Gebiet bequem läge; indem auf diese Art alle^ranzftstungen geschleift werden mästen, und der Kaiser eben dies mit gleichem Rechte von Frank-reich hätte verlangen können. Mit diesen und andern Gründen ließLeopolv die französische Kriegs-erklärung widerlegen. 'Allein, Frankreich achtete nicht darauf, zumal, da die Gründe des Kaisersdurch keine Armee unterstützt wurden. Dagegen hatte Luvwig seinen Dauphin, einen Prinzenvon sieben und zwanzig Jahren, an der Spitze einer Armee von 100,000 Mann nach Teutschlandgeschickt, und es war alles so eingerichtet worden, baß dieser Prinz seinen ersten Fcldzug mit Ruhmwachen konnte. Eigentlich führte der Marschall von Düras den Oberbefehl. Bousslers führte ri-tte .Armee in die pfälzischen Aemter jenseits des Rheins, und eroberte Kayserslautern, Creuznach,

Oppenheim und Neustadt. Der Marschall Ludwig von Hümieces führte ein andres Heer gegen-Köln, welche Stadt brandenbiirgische Besatzung eingenommen hatte, und besetzte Trier und Hup.

Das wichtigste Unternehmen der Franzosen bestand in der Belagerung der Festung Philippsburg,die der General Montclar noch vor der Kriegserklärung berennt hatte, und, da sie schlecht ver- OicFranzosensorgt war, in neunzehn Tagen eroberte. Vauban und Latinat zeigten dabey ihre Geschicklichkeit, erobern Phi-Uud der Dauphin ließ sich auch vor der Festung sehen. Gleich seinem Vater suchte er die Soldaten am

Mehr durch Leutseligkeit und Freygebigkeit als durch persönliche Tapferkeit zu gewinnen. Hierauf ^ *>eroberten die Franzosen auch Mannheim und Frankenthal, und vorher hatten sie schon ohne grossenWiderstand Wornis, Speyer und andre Platze am Rhein besetzt. Diesseits des Rheins hatte Mont-clar Heilbrenn und Heidelberg eingenommen, von wo aus die Franzosen fast den ganzen schwäbi-schen und fränkischen Krais, deren Völker im Türkcnkrieg gebraucht wurden, unter Ausübung vie-ler Grausamkeiten in Brandschcchung sehten. Mainz wurde zwar nicht eingenommen : aber derKurfürst Anshelm Lran; wurde durch der Feinde Uebermacht zu einem Vertrag genöthiget, demzu Folge er französische Besatzung in die Stadt nahm.

Hätte Frankreich seiner Kriegserklärung gemäß handeln wollen, so halte es die Kraislan-be nicht feindlich anfallen und die ganze Pfalz besetzen sollen. Es hätte Philippsburg nach der Ero-berung schleifen, und seinem Herrn, dem Bischof von Speyer, zurückgeben müssen. Es hatte an"er Einnahme ein oder des andern Platzes in der Pfalz genug gehabt, um sich wegen der Ansprücheass die pfälzische Erbschaft schadlos zu halte». Die an den Reichsstädten und an andern Landern,vie an dem Augsburgcr Bündniß Theil hatten, verübten Feindseligkeiten konnten nicht einmal durchkinen scheinbaren Verwand vertheidiget werden. Daher wurden nicht allein verschiedene Reichs-surften gegen Frankreich erbittert, sondern es kostete auch nachher dem Kaiser nicht viel Mühe, dasSanze Reich zum Krieg gegen Frankreich zu bewege». Die ersten, die sich den französischen Ge-waltthaten widersetzten, waren der Kurfürst von Sacksen, der Herzog von Hannover, und derL-Mdgraf von Hessen, die sich im November mit zwanzigtansend Mann bey Frankfurt am Mayn

lagerten.

Mnnt wH-'e^ w'ell'er dii Quartierstcyheit aufgehoben, die Dullen für die von, König ernenntenBischöfe verwehrt, dem königlichen Bothschastcr kein Gehör ertheilt, und besonders weil er denlyrischen PrMzen Riemens gegen den Kardinal von Lurftenbccg begünstigt habe. Am Ende desSchreibens iaak der König, erwache einen kknterschied zwischen dem Pabst, als weltlichen S'irsten,Und als ädauvt der Kirche, und daher wolle er gegen ihn,' als weltlichen Herrn, '" »ra n n 1 ° lange^i-g fLn hier den Herzog von Parma, seinen Bundsgenosseu, nach dcmJ.'haltd-s V-r-wags von Visa in die Herzogchümer Castro und Ronciglione wieder eingesetzt hatte. Er gedachte

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