Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

1691 von Sackftü, dem Landgrafen von Hessen und dein Prinzen von Laven eine Armee in der G--Am -o. May. gend von Heilbronn zusammenzogen. Die Franzosen eroberten Heidelberg, und am folgenden Ta§auch das Schloß durch Vergleich. Nach dieser Eroberung war Lorges in steter Bewegung undverwüstete nur das Land, um dem Feind alle Mittel des Unterhalts abzuschneiden. Durch die «u6den Niederlanden erhaltene Verstärkung , die eben der Dauphin und Lonffler-s herbeyführten,schienen die Franzosen grossen Unternehmungen gewachsen zu seyn. Allein, der Prinz von Laven,einer der geschicktesten kaiserlichen Feldherren, wüste bey Heilbronn ein so vortheilhaftes Lager zuwählen, daß ihn die Franzosen nicht anzugreifen wagten. Sie begnügten sich also mit der Verhee-rung des Herzogthums Würrcmberg, und zogen wieder an den Rhein zurück. Der Dauphin gickSim September nach Versailles und ein Theil der Truppen in Teutschland wurde nach Italien r"«Verstärkung des Marschalls von Lalinar abgesendet. ^ ^

Denn dort wurde der Krieg mit mehr Nachdruck geführt. Nachdem sich der Herzog v»"Gavsyen von der langwierigen Krankheit, die auf seine Kinderblatter» gefolgt war wieder erholthatte: so stellte er sich an die Spitze seiner Armee, welche die französische weit übertraf und be-schloß. seine Feinde aus Savoyen und Piemonr zu vertreiben. Zu dem Ende wollte er sich der Fe-stungen Prgnecol und Ea,ale bemeistern, welche letztere Festung er eine Zeitlang cinaeschloffen h-ck-Er bemächtigte sich der Schanze St. Georg durch Srurm, und fieng darnach mit der Hauptarm-«die Belagerung der Festung Pignerol an. Die sie deckende Schanze St. Briaitta ward zuerst an-gegriffen und erobert, aber mit so grossem Verlust, daß man nicht wüste, ob man die Belagerungfortsetzen ober sich mit einem Bombardement begnügen sollte. Zudem man hierüber Rath hielt,marschirte Latmar, nach erhaltener Verstärkung, durch das Thal von Susa worüber der Herzog' Treffende» wegen Türm st sehr besorgt wurde, daß er oie Belagerung aufhob, und sich gegen das Ende d-sMaÄaam Septembers bey Mar,agl.a, eurem Dorfe .m mondov,sehen Distrikt, lagerte. Larinat gieng «u-h4 Okt- dahin, griff den Herzog an, und erfocht, wiewohl mit viel Blut, einen vollkommenen Siea Da-durch ward er wieder Meister im Felde. Die Eiuschliessung der Festung Casale wurde aufaehobe",und die Franzosen eroberten viele, von den Bundsgenossen verlassene Pläke wo sie reich- DeUt-machten. So glücklich endigte sich dieser Feldzug für Frankreich. ^ ^

Der in Katalonien war nicht minder MckUch, ob sich gleich seine Geschichte nur anf i>i«Eroberung der Stadt R°,°s einschränkt, die der Marschall von NoMcs am ^ 5 Z"

und sie dadurch acht Tage nach Eröffnung der Laufgräben zur Uebergabe nöthigte i) ^

Elend SbMud . — So glänzend von aussen Frankreichs Ruhm schien, so kläglich war dessm inneres be,Haf-

wigen fr2^' wdem die Nation durch Abgaben und Theurung, welche letztere durch einen doppeltenche Gesim.un- wachs des Gerades und durch eme sehr magere Weinlese noch heftiger wurde, fastBoden ft"k'gen cin. Der König that zwar viel zur Erleichterung des Elendes, und der berühmte A-ckann Lm c M-"eine mit dänischem und schwedilchem Korn beladene Flotte unbeschädigt nach Frankreich aber d-rMangel blick doch in manchen Gegender, so unerträglich, daß viele Menschen Hungers starb-"'Das Volk leufzte daher nach Frieden. Der König selbst that einige Versuche ob er etwa selv-F-""de auf Bedingungen, die er für billig hielt, dazu bewegen könnte. Schon -m -M'ius schriebdem Grafen von Avaux, seinem damaligen Gesandten in Schweden, anf welchem Fuk er sichallen seinen Feinden vergleichen wollte. Der Pabst hatte auch schon vor einiger Zeit den Kais"den .König von Spanien zum Frieden ermähnt. Luvwig that noch mehr e'r bracht- es sahüyder danyche Gesiindce zu London von seinem König Befehl bekam den, i-"

folgenden Entwurf zum allgemeinen Frieden vorzulegen. Die me'sivbrüm,,»

doLschlüsse Mtm ihre Kraft behalten. Frankreich'sollte Ros7?L!'L Mid'7.7LL 5"

dielen Krieg in Katalonien gemachte Eroberungen an Spanien zurückgeben; um in den Nicde-l^den zur Beruhigung der Holländer eine Vormauer aufzurichten, sollte Mons und Namur ingegenwärtigen Zustand abgetreten und Charieroi geschleift iverden.'

lungsvertrag mit Holland auf dem Fuß des memägilchen Friedens wieder herstellen. Hny sollte^

l) üs,»,or>er s'i/tar, gs. l-p. 2Z5 - 2g6.^/eml»>erUs 's. 2. p. I8o 5 gg. 's. g. 11. 291 !hg. go6 sgg.

-isemmrcr -k-, /-i bare p. 269-271. ki,c«co«,r 's. 2. y.s;o-241. 24üchg. 252-270. Larrexs. 6. p. 6o-i;o.

ireee s. 5. p. ;-4r. Griffel Th. 15. S.186. bck,o«/et's. 6. p.179-221. Schlegel695-708. Toze (Mg. Welchjst. Tb. 25.) S>u. ff.