66L zs. Buch. Ludwig det Vierzehnte.
l< 5 o; lich ein, daß es gar zu viel kosten würde, Frankreich in die Gränzen einzuschränken, in die es durchden pyrenäischen Frieden gekommen war. Weil sich aber Frankreich noch nicht erklärt hatte, ob e»den König Wilhelm als König von Großbritannien erkennen wollte, und diese Erklärung zu einemdauerhaften Frieden nothwendig war; so verlangten die Grafen von. Rinskp und WinDistbgraY,im Namen des Kaisers, auf den am schwedischen Hof geausserten Fricdensvorschlag, daß Frankreichseine Absichten in Ansehung der Genugthuung und andrer Angelegenheiten des Königs von GrosMtannien eröffnen und dabey bewilligen möchte, daß Schweden den Bundsgenossen durch eine bswährte Abschrift Nachricht von den im Namen des Königs von Frankreich gethanen Vorschlagsgäbe, oder wenigstens versicherte, daß das Original dieser Vorschläge von dem französischen VoVschafter unterzeichnet wäre, und an dem schwedischen Hof verwahrt würde. Allein, der Graf vo»Avaur antwortete: Sein König habe nicht die Absicht, sich einiger Abrede zu bedienen, ehe al"Bundsgenossen einig worden wären, und in den Frieden gewilliget hätten; daß er deswegen dMBundsgenossm frey stelle, sich durch die Erklärung zu verwahren, daß die Bedingungen destrags, wenn man gleich von beyden Seiten darein gewilliget haben möchte, von keiner Kraft silMsollten, ehe der Prinz von Gramen sowohl in Ansehung seiner Person, als auch der Krone England,Genugthuung empfangen hätte; daß der König von Schweden den Bundsgenossm auch versprechtkönnte, daß die andern Bedingungen, unter denen man Frieden schließen würde, keine Kraft habtsollten , wofern dem Prinzen von Gramen und dem Königreich England keine Genugthuung gegebtwürde. — Allein, der Kaiser und die Generalstaaten sahen diese Antwort für viel zu dunkel an,daß sie sich sicher darauf verlassen zu können glaubten; und da Frankreich keine deutlichere gebtwollte, so blieben die Unterhandlungen am schwedischen Hofe eine Zeitlang liegen, bis Frankreichetwas hernach zur Beförderung eines allgemeinen Vertrags einen bald zu meldenden Vt'schlag that n).
Zmtfolgenden Zahr wurde eifriger in den Kabinetten, als im Felde, gearbeitet, undNeue Fcindse-daher entstandene Leere in den Feldzügen war ein Vorbote des Friedens. Zwar wenn LyvwigtÜgkeiten- und den Zakobiten in England ihre Anschlage gelungen wären, so würde es nicht an blutigen Austr^ten gefehlt haben. Der König von Frankreich wollte nemlich Jakob ven Zwecken wieder auf dtbritkischen Thron setzen, wendete zu dem Ende unermeßliche Summen auf, und machte seine ZrMstungen möglichst geheim. Allein, diese grossen Anstalten wurden durch die Entdeckung einiger Vck'rätherey, die Wilhelmen um Thron und Leben bringen sollte, und durch die vortrcflichcn Gegendstalten der Engländer vereitelt. Sobald das Gerücht von dieser Entdeckung in die spanischen Niedchlande gekommen war, beschloß der Prinz von VauVemom eine wichtige Unternehmung gegen ^Franzosen. Der Graf von Achlone und der Gcnerallieutenant Roehoorir wurden aus NamurAusführung derselben abgeschickt. Arhlone berennce Dinant, Roehoorn aber marschirte nach Gss^'wo die Franzosen ein ansehnliches Magazin hatten. Der Ort wurde sogleich mit Bomben undhcnden Kugeln beschossen und das Magazin in Brand gesteckt. Ein Haufe Soldaten drung "ssFackeln in die Stadt ein, und zündete alle Vorrathshäuscr und eine grosse Anzahl Kasernen ussBürgerwohnungen an. Auch wurde Calais abermals, doch ohne grossen Schaden, durch dieländer bombardirt, und im August eine Landung auf Belle - Zsle, Re und andre französische Znp'Im Au», unternommen. Hingegen griff der berühmte und nein zum Ritter gemachte Freybeuter Johstss''Barr, die aus der Ostsee kommende holländische Getraidflotte an, eroberte die sie beschützendengalten und nahm viele Kauffarteyschiffe.
Zn den Niederlanden hatten sowohl die Franzosen, als die Bundsgenossm, zwo ArM«^Die eine französische wurde durch den Marschall von Villeroi, und die andre durch den Marstl^von Boufflers angeführt. An den Seeküstcn hatten die Franzosen noch zwey fliegende Lager, ^, ausser diesen noch eines gegen Dinant, und ein andres gegen Luxemburg: aber alle wurden
Geldmangel an Unternehmungen gehindert. Sie begnügten sich, ihren Unterhalt in Feindeszu suchen. , os
Am Rhein gieng es eben so. Die Franzosen wurden statt des kranken Marschalls "Borges durch den Marschall von Lhoiscuil, und die Kaiserlichen durch den Prinzen vonangeführt. Der Feldzug bestand aus lauter würkungslosen Bewegungen. ^
n) x'r/la» 1. O» 1°. 7.^.2. p. ;54-)64 e, , ,s,
7>ar'x 1 ,c. 1 .1. p. 44-86. 6,z>.Lo; chy. 222-285- 1 - 5.p. 76-98. /ieäo*"
6.x. 260-274.