Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

>696 te, geschlossen, die Hälfte dieser Summen aber gegen das, was Frankreich dem Hause Savoye»wegen des Brautschatzes der Herzogin schuldig war, abgerechnet, und die andre Hälfte demvon dem König, als ein Hochzeitgcschenk für die junge Herzogin, erlassen werden. Auch bewilligFrankreich dem Herzog in Rücksicht auf diese Vermählung alle gekrönten Häuptern gebührende d.Yrenbczeugungen. Dagegen versprach der Herzog, durch ein Edikt den Waldenscrn alle Gemeinschaftmit den protestantischen Einwohnern Frankreichs zu untersagen, und bis auf den allgemeinen Frier

den, wenn anders die Parteylostgkeit in Italien stattfände, in Piemont nicht mehr als 6000

Mann zu Fuß, in Savvyen izoo und in allen seinen Staaten nur i;c>o Reuter im Dienst^behalte».

Durch diesen geheimen Vergleich, wofür der Pabst und Venedig die Gewähr leistete»/wurde der Herzog von dem grossen Bündniß ab - und auf die französische Seite gezogen. Aber ewurde immer noch sehr geheim gehalten, theils weil der Herzog die Hülfsgelder von seinen Bu»ds<ft'nvssen noch eine Zeitlang ziehen wollte, theils weil er sich vor ihrem Unwillen fürchtete, so langtLatinat weniger Volk, als sie, hatte. Er wollte auch gern diesem Schritt eine Farbe anstreichstuni ihn vor den Augen der Welt zu beschönigen. Deswegen wurde verabredet, daß Lannar fti»^Macht zusammenziehen und gegen Turin anrücken sollte, als wenn er die Absicht hätte, diese Hauptsta"zu bombardiren; worauf sich der Herzog, unter dem Schein, als wäre er durch den mißlichenstand seiner Truppen dazu gezwungen worden, erst öffentlich anstellen sollte, als wenn er geneigtwäre, den französischen Vorschlagen Gehör zu geben. So bald Latin«! erschien, schickte derzog alle seine Truppen in die festen Plätze seines Gebiets, um diese, wie er vorgab, gegen diezösische Uebermachk zu vertheidigen: in der That aber, um dadurch seine Truppen von den Bund^genossen abzusondern. Diese verschanzten sich bey Montcallier, die Franzosen aber bey Rivalft-Am iS. Iun. Nun ficng man an minder rückhaltig zu verfahren. Larinat bot dem Herzog nochmals alles atwas man ihm in diesem Krieg weggenommen, wenn er den Franzosen den freyen Durchzog na»)Mayland verstatten würde: nur wollte sein König bis zum allgemeinen Frieden im Besitz der Stsft'te Nizza und Villafranca bleiben, aber doch dabey dem Herzog die Einkünfte der Grafschaft NÄ"überlassen: wollte aber der Herzog seine Waffen mit den französischen vereinigen, um durch eine»Einfall in Mayland die Spanier zum Frieden zu nöthigen, so könne er auf noch mehr Vorthck"rechnen. Um die Komödie fortzusetzen, antwortete der Herzog, er wolle den Vorschlag seinen Bu»d^genossen mittheilen; was aber die Ergreifung der Waffen gegen die Spanier und den Kaiser betraft/so würde er selbst der Achtung des Königs von Frankreich unwürdig seyn, wenn er sich dazu be>"^gen liesse; doch möchte er in diesem Fall die zu erwartenden Vortheile wissen. Latinar bot ihmdann die Wiedergabe der Festung Pignerol und die Hand des Herzogs von Burgunv für seine ToK'

ter an, wenn er sich mit dem König vereinigte, um den Frieden-so brückte er die Verbind"»'

gegen Spanien gelinder aus- oder die Parteylosigkeit Italiens zu befördern. Er wollte nE

daß den Bundsgenossen des Herzogs von die'en letztem Punkten Nachricht gegeben würde, undd"^war in der Stille das Gegentheil verabredet. Damit man ihre Antwort desto ruhiger errvaft^Ji» Jul. könnte, so wurde auf den Vorschlag des Herzogs ein Stillstand geschlossen, der bis zu Ende des A"gusts dauren sollte. Unterdes schickte der Herzog die französischen Vorschlage an die Bundsgenoss"'und bezeugte, daß sie ihm nicht mißfielen. Diesen aber gefielen sie desto weniger, und sie th"^,ihm, um seine Freundschaft beyzubehalten, noch vvrtheilhastere: allein, der Herzog hatte seinAm 29. Aug- schon gegeben, und sein geheimer Vertrag mit Frankreich wurde endlich zu Turin öffentlich geftv^'st» Und bald darauf von beyden Theilen bekräftigt.

Der Stillstand in Italien wurde bis zum i z ten September verlängert, in der Hoffst»^daß sich inzwischen der Kaiser und Spanien in Ansehung Italiens für parteylos erklären wür^

wozu sie der Herzog zu bewegen suchte: allein diese Hoffnung traf nicht ein. Die Bundsgenzogen ins Mayländische, und der Herzog von Savopen,, den man in eben diesem Feldzug «n

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Spitze der Bundsgenossen, und hernach ihrer Feinde sahe, folgte ihnen gegen das Ende des ^ ,stands auf dem Fuß nach. Die vereinigten französischen und savoyischen Truppen belagertenza im Mayländische», welches Geschäft der Herzog fleißig betrieb, weil man ihm versprochen,alle gemeinschaftlich eroberte Oerter in seiner Gewalt bleiben sollten: aber Latinar, der geheime^fehle hatte, dafür zu sorgen, daß der Herzog nicht mächtiger würde, verzögerte die Belagerung/ .^sehr er konnte, und griff Vnlmza mir Fleiß auf der festesten Seite an. Der Ort wurde auch