Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
679
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z o. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

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die Partey des Hanfes Oestreich zu nehmen; allein, er glaubte, seine Maaßregeln so gut genom-men zu haben, daß er die ganze spanische Monarchie behaupten zu können hoffte. In der Thathatte ganz Spanien Philipp ven Fünften als seinen König erkannt: nur in Katalonien hatte derPrinz von Hessen - Darmftavt den Saamen der Meuterei) ausgestreuet. Die Kurfürsten vonBayern und Löln waren Frankreich geneigt. Die übrigen Stände des Reichs waren theils wegender hannöverschen Kursache, theils wegen des vierten Artikels im Nyswyker Frieden mißvergnügt.

Der Herzog von Savoycn inuste wegen der Lage seines Landes zwischen Frankreich entweder parteylosbleiben, oder sich auf die französische Seite wenden, zumahl da Frankreich den Befehlshaber zu May-land, Prinzen von Vauvemom zubewegen gewust hatte, daß er sich für den neuen König vonSpanien erklärte, und französische Besatzungen in die festen Plätze dieses Herzogthums cinnahm.

Frankreich hatte sich den Herzog von Savoyen noch durch einen besondern Vertrag verbunden. Der"eue König von Spanien sollte dessen zwote Prinzessin zur Gemahlin nehmen, und er selbst Ge-neralissimus der französischen und spanische»Armeen werd.n, und gegen wenige Truppen, die erhal-len sollte, monatlich ftmfzigtausenb Livres erhalten. Venedig war gleichfalls gut französisch gesinnt;und zum Glück war der Kardinal Albani unter dem Namen Riemens ves Eilften Pabst worden,der den Vortheilen Frankreichs sehr ergeben war. Endlich konnte man sich auch auf den Haß ver,lassen, den alle Italiener gegen die teutsche Herrschaft hegten, weil sie nicht gern Vasallen des Kai-sers und des Reichs seyn wollten, oherachtet sie unzweifelhafte Lehen von Teutschland besitzen x).

Frankreich saß also dem Anscheine nach im größten Vortheil: dennoch werden wir sehen,daß es durch diese spanische Erbfolgesache an den Rand des Verderbens geriekh. Luvwig ver Vier-- Frankreichszehnte ivar nun in sein drey und sechzigstes Jahr getreten, folglich nicht mehr in dem Alter, wo er 3-" stand beygeschickte Minister und Feldherren kennen lernen und anstellen konnte- Die Empfehlungen der Frau M"' ?'^>sbruchvon Mamrenon und der Herzogin von Burgnnv vermochten fast alles bey ihm. Lhamillarv, ein fklackricäsehrlicher Mann, aber ein mittelmassigcs Genie, hatte sich der Gunst des Königs durch sein geschick-tes Dillardspielen empfohlen; und kam von der Verwaltung des Hauses zn St. Cyr auf einmal zuder Würde eines Generalkomrolcurs der Finanzen. Freylich meynte Maimenon, wenn er die Fi-nanzen des Reichs so gut verwalten würde, wie die Finanzen von St. Cyr, so würde man aufhö-ren, Lolberren zurückzuwünschen. Bald darauf gab man ihm die Stelle eines Staatssekretärsbeym Kriegswesen dazu, die er nicht eher annahm, als bis ihm der König versicherte, er wolle dieArbeit in diesem Fache mit ihm theilen. Denn der Marguis von Barbcftenx war zu Anfang die-ses Jahrs gestorben. Zum Unglück für Frankreich verwaltete Lhamillarv diese beyde» wichtigenAemter bis ins Jahr 170z, da er die Stelle eines Gencralkontroleurs niederlegte, aber das Kriegs-sekretariat beybehielt, dem er am wenigsten gewachsen war. Die geringe Erfahrung dieses Mini-sters , seine schlechte Sorgfalt, den Truppen geschickte Anführer zu geben, und die Vergebung derbesten Stellen nach seiner und der Frau von Maintcnon Gunst, verursachten eine grosse Unord-nung in der Kricgrzucht. Die Truppen wurden schlecht bezahlt, thaten also ihre Schuldigkeit nichtimmer; man vermehrte die Regimenter zu sehr und sorgte nicht für ihre Vollständigkeit; man stell-te junge »»erfahrne Leute an die Spitze alter Regimenter. Was die Feldherren bctrift, so brauchteMan beym Anfang des in diesem Jahr ausgebrochenen Kriegs die Marschälle von Villeroi undBonfflers. Lammt, der nur feine Verdienste vor sich hatte, aber nicht schmeicheln und höfelukonnte, wurde zwar auch gebraucht: allein, Neid und Arglist fanden bald Mittel, ihn zu verder-ben. Fast alle übrige Obcrofficiere, die man anstellte, um sie bis zu den obersten Ehrenstellen zu er-heben , und von denen es auch einigen glückte, waren von dem Hof der Herzogin von Burgnnv,oder wurden von der sogenannten Rabale Der Devoten unterstützt: andrer bediente man sich nichteher, als bis diese den Staat beynahe zu Grund gerichtet hatten. Ueberhaupt sahe man fast wäh-rend des ganzen spanischen Erbfolgekriegs nicht mehr die ehemalige Klugheit des französischen Kabi-Nets, nicht mehr jene strenge Geheimhaltung der Rathschläge, noch die Lebhaftigkeit und Schnellig-keit in Ausführung der Entwürfe, noch die Standhastigkeit der Truppen.

Ehe der Krieg anficng, drung Frankreich sehr in die Gcneralstaaten, daß sie Philipp Franke, nöthi-gen Fünften als König von Spanien erkennen möchten: allein, sie zauderten mit ihrem Entschluß, S" die Hvllän-

N'eil ber,PH,Upp 5.

msK. v.Span.

, r) sn,-ls dde- 1 °. r. p. 5. ssg- -i- 221 chq. 1.5- p. 217 - 2;i. Wagenaar zu erkennen.

7 5 -»---- 1°. 2.P. 146loo Lio lag. 274igg. )>-/--»->->» Th.7. S. 212- 219. Sau Felipe am aiMf-.O- B. I.

^ n---c- -r. I. x. 14c, sgy. L-mbett- 1. r. x. 192 lgg. S.; I - 6°. Schlegel Th. 9 - S- 788 - 795 -