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ZO. Buch. Ludwig der Vierzehnte.
König Ludwig halte mit diesen Feldzügen wohl zufrieden seyn können, wenn nur die^ ^ Angelegenheiten seines Enkels in Spanien nicht in die größte Verwirrung gerathen waren. Philippder Fünfte schien nur Statthalter von Spanien,zu seyn, und ließ sich ganz vom französischen Hofregieren. Dies erweckte den Unwillen der spanischen Grossen, und machte sie der östreichischen Pak»tep geneigter. Selbst der Herzog von Berwick, der im vorigen Jahr die spanische Armee ang"führt harte, wurde misvergnügt, und verlangte seinen Abschied, den er leichter erlangte, als esPhilipps Bedürfnissen gemäß war. Der Marschali von Tcjse', ein Mann ohne Talente, kam a»dessen Stelle. Die Rache des jungen Königs hatten einen grossen Fehler begangen, daß sie Gibraütar vcrlohren gehen liessen : aber noch weit schlimmer war es, daß sie eine ganze Armee aufopferten,um diese Festung wieder zu erobern, und doch nichts ausrichteten, und dadurch ihren Feinde» Zeitzur' Erholung und zu neuen Angriffen liessen. Denn die Bundsgcnvsscn kamen ausudiesem Landenach Spanien, eroberten Valencia de Aleantara, Albiiqucrque und Salvaterra: Badajoz aberwurde vergebens belagert. Die Uneinigkeit unter den Generalen verhütete grösser» Nachtheil fürPhilippen auf dieser Seite. Aber auf einer andern, von Katalonien her, kamen empfindlichereStösse. Rarl der Dritte' wurde durch die vereinigte Flotte an die Küsten dieser Provinz, derenBewohner ihm gröstcntheils geneigt waren, geführt; und man eroberte die Hauptstadt Barcelonadurch die Tapferkeit des davor sterbenden Prinzen Georg von Darmsravt und des englischen Grwfen von Pecerborough. Hierauf unterwarf sich fast ganz Katalonien, Aragonicn und Valencia,dem Scepter Rarls Des Dritten h).
K.Lndnstg sucht Die Kosten dieses weitläufigen Kriegs waren für Frankreich sehr beschwerlich, und die
die Holländer Unternehmungen, worauf sie verwendet wurden, hatten das gehofft« Glück nicht zur Begleiterin-zu einem beson-Daher machte Ludwig durch verschiedene Abgeordnete, besonders durch den Präsidenten Rouille,bcmcacu^" ^ der Stille nach Holland begeben hatte, abermahls heimlich Versuche, diese Republik zueinem besondern Vergleich zu bewegen. Er ließ in einer listig abgefaßten Schrift vorstellen, was sätgefährliche Folgen für Europens Freyheit entstehen würden, wenn Frankreich ganz geschwächt, Ocssreich hingegen durch den Zuwachs so vieler Staaten, an die es würklich Ansprüche machte, und nochmachen könnte, gestärkt würbe. Frankreichs Ueberwindung sey also gar kein sicheres Mittel, dasGleichgewicht und die Ruhe Europens wieder herzustellen, sondern man müsse Fricdensunterhandtklingen unternehmen, und durch sie das verschiedene Interesse der Bundsgenosscn überlegen, und zudem Ende einen Stillstand lressen. Frankreich wollte seine Völker aus den spanischen Niederlande»ziehen, und die Holländer davon Besitz nehmen lassen, um ihnen dadurch eine sichere Vormauer z»verschaffen. Frankreich wollte auch seine Truppen aus Savoycn, Piemont und Nizza zieh.en,Fort-Louis schleifen, und Kehl zurück geben; und überdies alle Eroberungen in Portugal und denStaaten des Herzogs von Movena verlassen. Zur Sicherheit dieses Versprechens könnten dieBmidsgenosse» bis zum völligen Frieden Gibraltar und Landau, das Erzbißehum Köln, das Biß-thnm Lürtich, Limbnrg, lind alle Eroberungen an der Maas behalten. In Ansehung des Friedensselbst wurden in dieser Schrift folgende Vorschläge gethan: Philipp der Fünfte sollte im Besitz vonSpanien und Indien bleiben; die übrigen zu dieser Krone gehörigen Staaten sollten zur Genügethuung des Hauses Oestreich und zur Sicherheit der Generalsiaaten abgetreten werden: wollten aberdie Bundsgenossen Spanien nicht in dem Besitz eines französischen Prinzen lassen, so könnte ma»den Theilungsvertrag wieder vor die Hand nehme», aber einige Punkte darin ändern, die den Eng'kändern Furcht erwecken könnten» und dem Erzherzog Rarl alle spanische Staaten in Italien übe"lassen. Die spanischen Niederlande könnte man zur Sicherheit der Generalsiaaten anwenden »»^überhaupt den beyden Seemächten einige bequeme Stücke von den spanischen Kolonien in Amerikaabtreten. Die Franzosen sollten in Spanien keine Vorrechte vor den Engländern und Holländer»besitzen, sich in die spamsch^Regierung nicht mischen, und keine Truppen daselbst haben. Endl-chrnüsten in dem allgemeinen Frieden die allcrkrastigsten Versicherungen gegeben werden, daß weder diespanische Monarchie, noch "» Theil derselben, jemals mit der Krone Frankreich verbunden würde.
Die Minister der Bundsgenvssen erfuhren diese geheimen Unterhandlungen bald, und derkaiserliche Gesandte widerlegte die französische Schrift sehr nachdrücklich. Er bewies unter ander»,
daß
h) Ne,»or>er g?, r. p. 219 - z r2. /»/cmor- beym I-1705. wie auch Tindal, Naekmreee , tlM
'r.4. p.7lhg., 1 .z, P.444. genaue, Ke/,-«/?,, Sa»-FelipeTH.I, S>r64-?ec>>
1hg. 491 sgg. 5-; Igg. ;z6 1hg. 2Aea„', Lerop. LH.17. Schlegel Th- 9. S. 8Z5 tt.ff.