Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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712
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712 Z0. Buch. Ludwig der Vierzehnte.

,712 und die in diesem Reich festgesetzte Thronfolge zu erkennen, und gleich nach dem Friedensschluß dieFestungswerke von Dünkirchen gegen Vergütung schleifen zu lassen. St» Christoph, Hud>vns<Strasse und Meerbusen, Madien, Fort Nepal und Terreneuve (das Fort Plaisance, und das Recht,Fische daselbst zu fangen, ausgenommen) sollten an England abgetreten werden. Er wollte mir bclstden Seemächten einen vorcheilhaftcn Haiidlnngsvertrag schlicssen. Die spanischen Niederlande, dieder Kurfürst von Bayern besässe, sollten Holland zur Vormauer dienen, und Furnes mit leinet»Gebiet, Knote, Ppcren und Mcnin unter der Bedingung hinzugefügt werben, daß ihm Aire, St.Venant, Berhüne und Douai zur Vormauer für Frankreich zurückgegeben würden. Die Staate»konnten in ihre Barriereplatze auf Kosten des Landes Besatzungen von beliebiger Starke legen. A»Vergütung dafür und für die Schleifung der Düukircher Festungswerke verlangte er Nyssci und Der-nick. Würde die Barriere zwischen Frankreich und Holland so eingerichtet seyn, so wollte Ludwigden Holländern den vorthcllhaftcn Tarif vom Zahr 1664 zugcstehn, nur sechs Gattungen vo»Kaufmannsgütecn ausgenommen, wegen welcher man sich über den Zoll näher vergleichen müsse»Die Gcncralstaaten und alle andre Mächte sollten in der Handlung nach Spanien und Inbien wieunter der Regierung Rarls Ves Zwecken behandelt werden. Auch die Franzosen sollten in Anst'hung der Handlung nach dem spanischen .Indien den spanischen Gesetzen unterwarfen seyn. Alle ewropaische Mächte könnten die Gewähr für diese Versprechen übernehmen. König Philipp sollte sei»Recht an Neapel, Sardinien und Mayland abtreten, und der Herzog von Savoyen könnte de»ihm schon abgetretenen Theil dieses Herzogthums unter der Bedingung behalten, daß Oestreich st^dagegen aller künftigen Ansprüche an die spanische Monarchie begeben, und gleich nach dem Friede»^schluß seine Truppen herausziehen sollte. Die Gränzen am Rhein sollten wieder in den Zustandgesetzt werden, wie sie vor dem Krieg gewesen wären. Unter diesen Bedingungen sollten die K»^fürstcn von Löln und Bayern wieder in ihre Länder lind Würden eingesetzt, werden, wogegen ttalle Titel in Tentschland und Preussen, die er bisher noch nicht erkannt hätte, erkennen wollte. DctKönig und der Herzog von Savoyen sollten einander alle weggenommene Plätze wieder geben. Pst'tugal sollte in Ansehung Frankreichs und Spaniens auf eben den Fuß, wie vor dem Krieg, gestehwerden. Der König würde mit den Bundsgenossen Maaßregeln bestimmen, »m zu verhüten, daßFrankreich und Spanien nie von Einem KLnig beherrscht würden. Und endlich sollte der MÜnstck'sehe und alle nach ihm erfolgte Verträge in allem, worin der gegenwärtige keine Veränderung m>Ete, bestätigt werden.

Diese Erklärung des französischen Hofs war nun freylich viel magerer, als dasjenige,er zu Gertruydenbcrg angeboten hatte, ja noch magerer als der Entwurf selbst, den doch diese E"klärung erläutern sollte; daher allgemeiner Unwille bey den Demdsgenossen. Selbst die Englandsstellten sich mißvergnügt, ob sie gleich wüsten, was ihnen in geheim angeboten war. Doch stiegen

ten sie den übrigen vor , Frankreich würde sich bald zum Ziel legen, wenn man die Untcrhcmdlu»ß

fortsetzte. Inzwischen versprachen die Bevollmächtigten, am fünften März auf diese französstässErklärung zu antworten.

Ehe diese Antworten von den verschiedenen Höfen einlaufen konnten, wurde Frank"'^franz. Haust, einige wichtige Todesfälle des königlichen Hauses in allgemeine Trauer verseht. Zuerstder Dauphine, die Dauphine, Marie Adelheid von Savoyen, ehemalige Herzogin von Burgund, zu ders"des Dauphins les im sechs „nd zwanzigste» Jahr ihres Alters. Ihr folgte nach sechs Tagen der Dauphin, O>c.Ain ir.Febr Gemahl, in seinem drcvfiigstcn Jahr, ein Prinz, dessen Seele von dem Erzbischof Fenelon 6 . s

u»d i8.Febr. vet war, und von dessen vortreflichen Grundsätzen und wohlgeordneten Neigungen sich Frank""/

dereinst die Wiederkunft der goldenen Zeit versprach. Im folgenden Monat wurde der Herzog ^Breragne , der an seine Stelle Dauphin geworden, ein Kind von fünf Jahren, und derAm 8- März. von 2 snfou gleichfalls höchst gefährlich krank. Der erste starb, und der andre — nachher Ko ^Ludwig der Fünfzehnte — wurde wider alles Vermuthen gerettet. 'Also sahe Frankreich >» ^nein Zeitraum von zehn Monaten eine Dauphine und drey Dauphins sterben, und zitterw über ^Gefahr des vierten. Das Volk, das nicht leicht einen grossen Herrn ohne Gift sterben laßt, g " ,te, so viele und so plötzliche Todesfälle könnten nicht ohne Vergiftung geschehen seyn - und vic eten den Herzog von Gelegn» im Verdacht, als ob er sich durch die Leichen des königlichen ^den Weg zum Thron hätte bahnen wollen. Allein, die folgende Zeit hat diestn Prinzen gcrc -