Monat December.
355
Monar December.
.unmehr breitet der Winter seine Herrschaft nach und
iJy nach über unsere nördlichen Gegenden der Erde aus.Die Sonne hat sich vom Schcitclpunct am weitesten nachSüden hinunter entfernt. Sie wirft uns ihre Stralcn nurnoch unter sehr schiefen Winkeln zu, und eilt bereits früham Abend unter unsern südwestlichen Horizont. Die kür-zesten Tage und längsten Nächte, eine rauhe und kalte Wit-terung sind hicvon die nächsten Folgen. Ueberall stellt dieNatur anjetzt nach dem Wahne der mehresien Menschen nurunangenehme und traurige Aussichten dar; allein dem auf-merksamen Beobachter ihrer Schönheiten werden sich auchbey der gegenwärtigen Jahrszeit nicht selten Gegenständezeigen, welche auf die Bewunderung und Achtsamkeit ver-nünftiger Erdbürgcr Ansprüche machen. Hierunter ist ganzvorzüglich der Anblick eines gestirnten Himmels in heiternWinterabenden der vornehmste, wobey die größte Prachtder Natur im größten Glänze erscheint. Gewiß, nur der-jenige wird das mit seinen funkelnden Sternen zahlreich an-gefüllte Gewölbe des Himmels ohne Rührung und Vergnügenanschauen können, der sich dabey aus Unwissenheit oder un-verzeihlicher Unachtsamkeit aller edlen Empfindungen unfähigmacht, bey Betrachtung dieser größten Werke des Schö-pfers keine Vernunft zu Rathe zieht, sondern nur alles nachdem Maaßstabe seiner Sinne und Vorurtheile abmisset.
Meinen Lesern, welche fortfahren, den Schönheiten deckSterngefildes aufmerksame Blicke zu gönnen, werde ich zudiesem edlen Geschäfte die möglichst früheste Abendzeit aus,
3 -
setzen,