28 Der Oden erstes BuH.
lind wer ist jenes Bild der Tugend,
Das Muster holder Freundlichkeit,
Die bey dem Glänze frischer Jugend,
Der Schönheit Blitze von sich streut?
Wer ist die, so mit vollem Lichte,
Wie Luna bey gestirnter Nacht,
Des Himmels klares Angesichte,
Hier Sondershausen heiter macht ?
Die alle, so sie sehn und hören,
Mit demuthsvollem Eifer ehren?
Aurchlauchter Prinz, ists nicht dein Leben?Jsts nicht die hohe Fürstenbraut,
Der du dein treues Herz ergeben.
Und die sich heute dir vertraut?
Ja, ja, sie ists : Denn Lust und Freude,
Und der verliebten Augen Scherz,
Verrathen euch, verlobten Beyde,
Verrathen euer heißes Herz.
Indem die Anmuth edler SittenEuch längst die Arte Brust bestritten.
O Bernburg! deines Stammes ZweigeSind unsrer Garten Zier und Schmuck.
Hier zeigt es sich, wenn ich gleich schweige,
Was er für edle Reiser trug.
Verlangt man deinen Werth zu kennen:
So schaue man nur Schwarzburg an;
Da wird man drey Fürstinnen nennen,
Die niemand sattsam preisen kan.
Und die an Geist und Leibes GabenDas Vorrecht hoher Seelen haben.