Zehnde Ode.
Dein Iahrsfest selbst, o Herr, erschien,Wo vieler eifriges BemühnVon neuem deinen Altar schmückte;
Wo treuer Wünsche Weihrauchsduft,
Mit Andacht durch die heitre Luft,
Bis vor den Thron des Höchsten rückte»
Hier schwiegen auch die Musen nicht,
Sie rührten ihre Seyten wieder,
Lind weihten dir, aus reiner Pflicht,
Die allerschönsten Freudenlieder.
9dur ich allein blieb säumig aus,'
Als wäre mir dein hohes Haus,
O weises Haupt! nie gnädig worden.
Vielleicht verwies mich zu der ZeitDer Argwohn schlechter DankbarkeitÄn ungetreuer Diener Orden;
Wiewohl die Glut in meiner Brust,
Die meine Schuld vorlängst gefedert.
Hat bey so allgemeiner Lust,
3war heimlich, doch nicht schwach gelodert.
schwartete, mein Herzog, nur,Vis die gebrauchte Brunnencurneuen Muth und Geist gegeben:Denn stärkt ein solcher Erdensaft^schwächtet Glieder matte Kraft,^rlängert er wohl gar das Leben;^em würde man den schönsten Theil^ r edlen Wirkung lieber gönnen,ls dir, o Herr, auf dessen Heil^'ch ganze Völker freuen können?