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Der Oden andres Buch.
Die Demuth und Gelassenheit,
Des tadelfreyen Wandels Stille,
Ein völlig gottgeweihter Wille,
Und die gepriesne Müdigkeit;
Das war nunmehr der reine Schmuck,Der ihren Boy und Schleyer zierte,Dadurch sie jeden überführte,
Wie unverstellt sie Leide trug:
Und wie sie, auch im Trauerklcide,
Sich christlich ihrer Pflicht bescheide.
Ihr, die oft Noth und Mangel drückt,Wenn euch die Nahrungssorge qvalet:Gesichts, hatö euch an Trost gefehlet,WeNn meine Tochter euch erblickt?
Kommt her und rühmt, was sie gethan,Und wie sie euch, mit milden Händen,Gewußt die Wohlthat zuzuwenden;
Ja zeigt es allen Menschen an:
So wird ihr Beyspiel euch zu schützenAuf späte Zeiten vielfach nützen.
88iewohl dieß alles hat sie nichtVon Schwachheit, Tod und Gruft bcfreyet:So sehr sie mir ihr Herz geweihet,
So traur ich, da ihr Auge bricht.
Ach Tochter! Bornin! Margaris!
Hier stockt der Tugend Matte Zunge';
Der Schmerz, der sie zum Seufzen drunge,Wird ihrer Klagen Hinderniß:
Sie läßt den Flor ins Antlitz fallen,
Und überläßt den Schluß uns allen.