i86 Der Oden andres Buch.
Aochedle Braut, vergieb dem Tone,Der noch so rauh und traurig klingt;
Und unsers grossen Rulantö SohneEin kummervolles Opfer bringt.
Wer kan den Schmerz so bald vergessen,Der uns bey seinem Fall erschreckt?
Die Gruft, die seine Glieder deckt.
Steht noch voll thränender Cypressen;Davon ich ißt ein falbes ReisBey deiner Lust zu nutzen weis.
Eo schön dein Ehband dir gelungen,Als Rulants Liebe dich ergeht;
So stark hat dich der Schmerz bezwungen.Als dich sein frühes Grab verletzt.
Der Himmel hat ihn dir gegeben,
Der Himmel nahm ihn wieder hin:
Jedoch dein gottgelaßner SinnVermied hier alles Wiederstreben;
Und ließ sich, auch in Gram und Pein,
Des Höchsten Wink die Richtschnur seyn.
Doch Hamburg, das des Vaters Wef^Mit ungeschminkter Ehrfurcht preist;
Die weise Sorgfalt auserlesen,
Sich selbst dabey recht glücklich heißt:
Ganz Hamburg wird auf späte ZeitenAuch Grab und Denkmaal noch erhöhn,
Und seufzend aller Welt gestehn,
Wie Rulants Gaben uns erfreuten;
Und was, da wir sie eingebüßt,
Der Stadt durch ihn entgangen ist.