2O2 Der Oden andres Buch.
Awar pflegt der Frühling auch der WeltZum Lieben Trieb und Kraft zu geben'Wenn Flora das beblümte FeldDurch Zephyrs Athem laßt beleben.
Es lacht manch buntes Tulpenbeet,
Ein Wald von silbernen Narcissen:
Wer da gepaart spazieren geht,
Bekömmt unfehlbar Lust zum küssen.
Ndan leugnet solches freylich nicht;Doch wie? wenn angenehme Wangen,
Im Herbste, durch ein stärker Licht,
Als alle Frühlingskinder, prangen?
Wo ist ein Herz so wild und hart,
Das hier nicht gleiche Regung fühlte?
Als dort in Florens Gegenwart,
Wo Zephyr mit den Blumen spielte.
A?an siehtö an dir, o Bräutigam!
Kan ich es gleich entfernt nicht sehen:
Denn bin ich gleich der Lügen gram,
So glaub ich doch, es sey geschehen.
Dich rührt die Schönheit deiner Braut,
Ihr süsser Scherz, ihr holdes Lachen,
Weit mehr, als alles, was man schaut,
Wenn Wild und Vögel Hochzeit machen.
Du liebest sie, und das mit Recht;.
Sie ist es werth, und liebt dich wieder:
Die Blödigkeit ist schon geschwächt,
Sie schlägt nicht mehr die Augen nieder.
Sie reicht dir willig Mund und Hand,
Die Herbstlust kan sie gar nicht stören:
Und würd es kalt: Der Liebe BrandWird euch die Geister schon vermehren: