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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Der Oden drittes Buch.

Eey gesegnet! deutscher Orden,

Wo du mir das erstemalIn der andern Glieder Zahl,

Edles Herz, bekannt geworden.

Da zog uns ein gleicher Zug;

Weisheit, Witz und Deutschland lieben,

Tugend, Dichtkunst, Sprachen üben,

Das war uns zur Freundschaft gnug.

Onug zur Freundschaft und zur Liebe,

Die von keiner Schminke weis lGlatter Worte falsches EisWird ein schlechter Grund der Triebe.

Tugend muß der Pfeiler seyn,

Der die Neigung stützt und träget:

Was sie sonst zu halten pfleget,

Sinkt und fällt von selbsten ein.

Äbte viel salzerfüllte SchreibenMachten erst durch Kiel und HandUns einander recht bekannt,

Die noch ißt zum Zeugniß bleiben.

Lust und Nutzen, Ernst und Scherz,

Fragen von gelehrten Sachen,

Verse, Reden/Spott und Lachen,

Das nahm dir und mir das Herz.

O wie oft und auserlesenHat uns ein Gespräch verweilt,

Bis uns Hesper übereilt,

Eh wir sein recht satt gewesen.

Unsre Neigung zeigte sich;

Zimmer, Strassen, Garten, Wälder,

Linden, Auen, Fluren, Felder

Sahen täglich mich und dich. §