2Z8 Der Oden drittes Buch.
theurer Schüße! dessen HuldIch so manches Jahr verehret,
Siehst du, was mir meiner SchuldLängst beschloßnen Abtrag störet?Deiner Tochter HochzeitkerzenSchreckten meine Muse nur;
Weil ich, mit bestürztem Herzen,Beßrer Lieder Ton erfuhr.
Dennoch wag ichs eiferSvoll,Furcht und Zweifel müssen weichen;Meine Pflicht gebeut, ich soll:
Drum so nimm dieß Freudenzeichen.Nimm dieß Merkmaal treuer Triebe,Da den wackern HebenstreitChristianens keusche Liebe,
Sie, sein kluger Geist erfreut.
Dieses ist die erste FruchtDeiner väterlichen Sorgen;
Denn wem ist die weise ZuchtDeiner Pflanzen wohl verborgen? .
O wie schön ist sie gerathen,
Wenn man deine Töchter sieht!
Deren Geist, in Wort und Thaten,Warlich um die Wette blüht.
schöne Schwestern! folget auchFolgt doch bald im Hochzeitkleide;
Geht es doch nach Landeöbrauch,Macht den Eltern neue Freude.Glaubt, die modernden GebeineRegen sich in jener Gruft,
Die euch, von dem Leichensteine,
Ein Glückzu ! entgegen rufft.