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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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Der Oden drittes Buch.

Aber sprich, wer kan dir gleichen,So geschickt die Seyten streichen,

So genau die Noten sehn,

So gewiß den Wirbel drehn?

Deine süßen HarmonienNehmen Ohr und Herzen ein.

Und was klingt so ungemein,

Als die sanften Melodien?

Welche trösten und entzücken,Schrecken, dräuen und erqvicken.

Eage selbst, verliebte Schöne?Wie gefallt dir sein Getöns?

Doch, du denkst, ein blosser KlangIst nicht das, was mich bezwäng.Freylich hat er andre Gaben,

Witz, Verstand und Höflichkeit,

Eine Brust, die sich dir weiht,

Und was sonst die Freyer haben:

Dieß bewog dich, wie wir denken,

Ihm dein treues Herz zu schenken.

D wie wohl heißt das getroffen !Itzo kanst du alles hoffen,

Was der Hochzeitfackeln PrachtAngenehm und heiter macht.

Denn wie seine Violine,

Auch die zärtsten Striche fühlt;

So empfindt auch, der sie spielt,

Seiner Schönen zartste Mine:

Weil ein Blick, der von ihr stammet.Gleich sein ganzes Blut entstammet.