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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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286
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2Z6 Der Oden drittes Buch.

Deine Schönheit, dein VerstandSind der halben Welt bekannt,

Und dein männlichmuntres WesenNennt der ganze Hof erlesen.

Deine reizende Gestalt,

Sammt der schlanken Glieder Länge,Hemmt die frohe Zunge bald,

Wenn sie noch so fertig sänge.

harter Prinz, wo bist denn du?Deckt dich Gold und Sammet zu?Nein, ich seh dich, statt der Wiegen,

In den schönsten Armen liegen.

Dieser Anblick stört mich auch:

Hier darf niemand Lieder bringen,

Dich, nach andrer Kinder Brauch,Recht zur Unzeit einzusingen.

Echlafe nicht, und sieh sie an,Dies» zärtlich küssen kan;

Wenn sie dich mit MutterblickenWeis an Mund und Brust zu drücken.Sieh sie an, und lächle nur,

Wenn der Fürst mit dir will scherzen;Denn der Vaterliebe SpurRegt sich schon in seinem Herzen.

Earl hat dir den tapfern Muth,So, wie Hollsteins Heldenblut,

Das so rein in ihn geflossen,

In die Adern eingegossen.

Folge seinem Beyspiel nach,

Lerne bald den Degen führen;

Doch, nach manchem Ungemach,

Auch im Lieben triumphiren.