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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
Entstehung
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302
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Z02

Der Oden drittes Buch.

Asts nicht wahr, du stelltest dirBey des rauhen Winters Wüthen,

Alle Küsse heisser für,

Als bey frischen Rosenblüthen?

Draussen mag es immer frieren,

In der Liebsten Schooß und Arm,

Da ist lauter Glut zu spüren.

Da macht eins das andre warm.

I6ie viel sanfter schläft es sichIn dem Schatten langer Nächte;

Als wenn sonst Aurora dichZeitig aus dem Schlummer brächte!Kurz, das Lieben in dem MayenIst bey Thieren zwar gemein:

Doch im kalten Jenner freyen,

Das, das muß recht menschlich seyn!

Olück zu solcher Zärtlichkeit!Tugenhaftverlobte Beyde!

Auf! gebrauchet euch der Zeit,

Macht den Aeltern lauter Freude. MStreut die Saat bey Schnee und S^'Pflanzt bey kühlem Mondenschein;

Daß die Kraft von ihren Sprossen,Nächsten Herbst mag fruchtbar sey»'