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Herrn Johann Christoph Gottscheds ... Gedichte / Johann Christoph Gottscheds / gesammlet und herausgeben von Johann Joachim Schwabe
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328
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Z28 Andrer Gesang.

Gin Beyspiel zeiget selbst die treue Brüderschaft,So man nun lange schon in unserm Leipzig findet»Denn da sie sich so fest zur Einigkeit verbindet,Bemerket man gar leicht der Mahren Tugend Kraft«Vor hundert Jahren ist der Orden aufgerichtet,Der sich nach Jonathanö und Davids Art geliebt,Ein Bündniß, welches die, so sich dazu verpflichtet,In ungefärbter Huld und wahrer Freundschaft übt«Ein solches Liebesband läßt uns in seinem WesenNoch mehr, als PythiaS und Dämons Treue, lese"'

Aie Absicht ist gerecht, ein jeder wirds gestehtMan machet sich gefaßt zu schweren Trauerfällen,

Man sucht mit Rath und That getreuen Bundsgtft ^In Krankheit, Pest und Tod, frisch an die HandWer tadelt diesen Zweck der tugendhaften Glieder,

Die unsre Philuris als treue Söhne kennt?

Das Band ist gar genau, wir halten uns fürUnd wünschen, daß man uns mit diesen NamenDas Wapen ist ein Arm mit fünf umfaßten ^Von ihrer Einigkeit ein Zeugniß zu ertheilen.

Äurch Eintracht hat sich oft ein kleines Volk be!^Wenn anderswo der Streit ein weites Land verh^ L,Ja Feind und Schwerdt hat sich umsonst dahin 'Wo mehr die Einigkeit, als Glut und Stahl, geöAuch diese Brüderschaft hat bisanher bestanden,

Weil ihr getroffner Bund ganz unverletzt besteht«

Es ist noch keine Furcht vor ihrem Fall Vorhand^,Weil das geknüpfte Band nicht auseinanderNein, jedes Jahr läßt uns die BrüderschaftWenn wir den Stiftungötag mit neuer Freude stll ^

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