z8o Dritte Cantata.
Wie du vor kurzer Zeit,
Mit seltener Gelehrsamkeit,
Uns mehr und mehr
Zur Weisheit pflegtst zu lenken.
Uns dünkt, wir sehn die Stunden noch,
Da wir begierig um dich fassen,
Und gleichsam Götterspeisen aßen.
Dein Lehren war kein Sclavenjoch,
Was ein Pedant auf seine Schüler welzet;
Ach nein! ein Honigthau,
Der auf den Lippen schmelzet,
Aria.
, Ach! wie seufzen Herz und Lippen,Theurer Mann! nach deiner Kunst
Ist eine ZärtlichkeitIn aller Welt zu finden?
So wissen wir den mindsten UnterscheidVon deiner Lehrart zu ergründen;
Das Urtheil der verwöhnten OhrenSpricht: Was es auch für Lehrer hört,
Die man gebührend ehrt:
Mein Kreuschner ist verlohren!
Ach! wie seufzen Herz und Lippen,Theurer Mann! nach deiner Kunst
Eröffnet eine Muschel sich,
Im Thau die Perlen zu empfangen?
So sehen wir allein auf dich,
Um Weisheit zu erlangen.