5Z4 Neunzehntes Schreiben.
Ich bin der Gegner nicht, der dich besiegen kan,
Du triffst fürwahr so leicht nicht deinesgleichen an:
An Schönheit bist du leicht den Schönen überlegen,
Und Männer scheuen dich, um deines Geistes wegen.
Von beyden hat mich längst die volle Kraft gerührt:
Wie schnell war ich besiegt! Wie bald hab ich gespürt/Daß auch ein starkes Herz, das nicht so leicht verzaget,Sich niemals ungestraft an deine Grösse waget.
Was Panthea betrifft, so glaub ich ganz gewiß,
Daß sie mir selbst durch dich die Antwort schreiben ließ'Sie lebt ja noch in dir, an Geist, Gestalt und Gaben,
Der Stand gebricht dir nur; den darfst du auch nicht hab^'Ja du verlangst ihn nicht, seit dem du mit Verstand,Nach Philosophenart, der Stände Werth erkannt.
Du hast ja eingesehn, daß sonder Witz und TugendAuch FürstenSclaven sind; und deine weise Jugend,Durch Zucht und Artigkeit und vieler Gaben Pracht/Weit mehr, als edel ist, ja Fürsten schamroth macht.Doch hab ich mit Bedacht, was du befahlst, gelesen.
Und wie beschämte mich dein witzerfülltes Wesen,
Womit du mich berückt! Indessen, wie mich beucht/Fällt dir die Antwort selbst, in meinem Namen leicht«Ich bin kein Biedermann, an Aufenthalt und Jahren;(Vorn Höcker sag ich nichts) und hab es oft erfahren,Daß eine weise Frau auch einen klugen Mann,
Durch Lieb und Ehestand, recht glücklich machen kan. .Das schönste Beyspiel schwebt dir täglich vor den Aug^Warum soll Panthea denn nicht zur Liebe taugen?
Ich bin im übrigen sehr Wohl damit vergnügt.
Daß dein vollbrachtes Werk so wohl verwahret liegt, .