Band 
Sechs und zwanzigster Theil.
Seite
37
JPEG-Download
 

Z. Hauptst. 4. Abs. Entdeckmlgen südost- und südnordm. der Marienmseln. z.7

gen, so stimmet alles mit einander übcrein, indem sie insgesamt gleiche Manieren undLeibesbewegungen dabey beobachten, wodurch dasselbe sehr angenehm gemacht wird,Sie verwunderten sich über die Regierungsform, Artigkeit und Sitten der Euro-päer ganz ausserordentlich "). Sie bewunderten nicht nur die Feierlichkeiten und Ce-remonien der Kirche bey Begehung des Gottesdienstes, sondern auch die Musik, dieInstrumente, die Tanze und Waffen der Spanier; am meisten aber sehte sie dasSchiespulver in Erstaunen. Sie wunderten sich über die weisst Farbe der Europäer,gegen die sie sowol, als die Einwohner dieses Landes, lohfarbigt waren. Man sahenicht, daß sie entweder eine Kentnis von einer Gottheit hatten oder daß sie Götzen an-beteten. Ihre Gewohnheiten sind völlig wild. Sie bekümmern sich um weiter nichtsals um Essen und Trinken; und ob sie gleich keine gesetzte Zeit und keinen bestirntenOrt darinne beobachten, sondern wenn sie hungrig oder durstig sind, und wenn sie et-was zur Befriedigung der Natur finden können, so essen sie doch nur sehr wenig aufeinmal, und niemals so viel, daß sie einen ganzen Tag daran satt hätten 0). Sie lies-sen viel Hochachtung und Ehrerbietung gegen ihren König und gegen die Befchlshaveeder Städte blicken, und gehorchen denselben sehr pünctlich. Ihre Höflichkeit und Ehr-erbietung legen sie dadurch an Tag, daß sie diejenige Person, welche sie ehren wollen,bey der Hand oder bey dem Fusse anfassen und ihre Angeflehter ganz sanfte streichen.Unter ihren Geräthschaften hatten sie einige Sägen, die nicht von Eisen, sondern voneiner grossen Muschel, die hier Tacbobo heiffet, und die sie auf einer gewissen Art vonStein reiben und wetzen, gemacht waren. Sie erstaunten über die vielen Zimmer-manswerkzeuge, deren man sich zu Gmvam zu Erbauung eines KauffartheischiffeS be-diente. Sie haben in ihrem Lande keine Metalle. Der Mißionarius machte einemjeden unter ihnen ein Geschenk mit einem grossen Stücke Eisen, das sie mit eben so vie-ler Freude annahmen, als wenn es Gold gewesen wäre; und wenn sie schlafen gingerr,so legten sie dasselbe, aus Furcht daß es ihnen gestohlen werden möchte, unter ihreHäupter p). Sie haben keine andere Waffen als Lanzen und Wnrffpieffe, die vornemit sehr scharfen und wohlbevestigten Menschenknochen versehen sind, Sie find vonNatur sehr friedfertig. Wenn aber ein Streit unter ihnen entstehet , so wird er miteinigen Schlägen auf den Kopf entschieden; indes geschiehet dieses sehr selten. Dennwenn es zu einem hitzigern Handgemenge kommen will, so bringen sie dieselben von ein-ander, und da werden sie bald wieder mit einander einig. Sie sind nicht dumm undträge, sondern besitzen vielmehr viel Lebhaftigkeit und Verstand, Sie sind nicht sostark von Leibe als die Bewohner der Marieninseln, doch aber wohlgebildek und ha-ben in ihrer Gestalt sehr viel ähnliches mit den Phrltppmesem. Sowol Männer alsWeiber lassen ihre Haare lang wachsen und ungebunden auf ihren Schultern hinunterhängen. Als sie vernahmen, daß sie vor den Mißionarius geführet werden sollen, sobemahlten sie ihre Leiber über und über mit einer gelben Farbe, welches bey ihnen alsein grosser Schmuck angesehen wird. Der älteste unter diesen Fremdlingen war schonbor diesem einmal mlf die Küste von Laragan verschlagen worden. Sie sind sehr ge-schickt im Tauchen, und sagten, sie hätten beim Fischen zwo grosse Perlen in ihren Mu-

E 7 schein

«l) Du Bois 6eoxlÄpbi- mvck-rn- p. 5or. v. te Gobien Nittoiie kies Iris! msri-mes p. ^lres eäikimc-« « «urleui«. v) klütatopkü»! TrsnLÄE drs.Z,?. p.iZy. Du Bois

nwäerns p. 7or. Leckles -Munter et curieutss. p . V, le Gsbr-il »i-

«su'e ekc. p. 407. Du Bc>lS Levzr, en. p. 70-, I.«tUer eaiÄucsr etLl